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Heilquellen in Bad Soden Quellen helfen Krankheiten heilen

Das Wasser der Bad Sodener Heilquellen ist oft eine gute Alternative zu Salben oder Tabletten. Die Quellen helfen Krankheiten heilen, wie bei einem Rundgang zur Brunnengeschichte zu erfahren ist.

01.05.2016 19:17
Jöran Haders
Der Solbrunnen wurde im 19. Jahrhundert überdacht. Foto: Michael Schick

„Wir sind zu ungeduldig“, sagt Monika Mörler. Ungeduld sei der Grund dafür, dass viele Menschen heutzutage zu chemischen Mitteln greifen, sobald eine Krankheit im Anzug ist. „Früher vertraute man auf die Kraft der Natur und ist damit oft gut gefahren.“ Zum ersten Mal hat Monika Mörler, die seit 2014 im Auftrag der Verwaltung Stadtführungen anbietet, am Samstagnachmittag einen Rundgang zu den Bad Sodener Heilquellen gemacht. Deren Wasser sei oft eine gute Alternative zu Salben oder Tabletten. „Es liegt an uns selbst, ob wir bereit sind, auch mal auf die chemische Keule zu verzichten.“

Bereits im 17. Jahrhundert sei das Sodener Quellwasser für seine gesundheitsfördernde Wirkung bekannt gewesen, erzählte Mörler den Teilnehmern der Führung. Seit 1605 gab es im Dorf Soden eine Saline; parallel zur Salzgewinnung begann man das Quellwasser zu Heilzwecken zu verwenden. Als der Frankfurter Arzt Johann Bernhard Gladbach 1701 in einem kleinen Büchlein Werbung für den „Sodener warmen Gesundbrunnen“, den heutigen Milchbrunnen, machte, war das der Beginn der Geschichte der Kurstadt.

Bis 2001 durfte sich Bad Soden offiziell als Kurort bezeichnen. Doch die Blütezeit der Kur erlebte die Stadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als berühmte Persönlichkeiten wie Otto von Bismarck, Friedrich Stoltze, Richard Wagner und Kaiser Wilhelm I. sich dort aufhielten. Auch Felix Mendelssohn Bartholdy zählte zu den berühmten Kurgästen.

Einst mehr als 30 Quellen

Mehr als 30 Quellen sprudelten zu goldenen Kurzeiten in Soden. Heute gibt es im Stadtgebiet noch elf Quellen, die eingefasst und öffentlich zugänglich sind. Während das Wasser früher aus eigener Kraft an die Oberfläche kam, müssen heute bei neun Quellen Pumpen eingesetzt werden. Nur der Sauerbrunnen und der Solebrunnen brauchen keine Pumpe. „In den 1980er Jahren hat man die Pumpen installiert“, erläuterte Mörler. Doch dieser scheinbare Fortschritt habe dafür gesorgt, dass einige Quellen komplett versiegt seien, weil zuviel Wasser gefördert wurde.

Welche Krankheiten mit dem Wasser welcher Quelle behandelt werden, richtet sich nach den Inhaltsstoffen des Heilwassers. „Wenn das Wasser sehr salzhaltig ist, eignet es sich eher für die äußere Anwendung“, stellte Mörler fest. Grundsätzlich sei zwar das Wasser aller Sodener Quellen trinkbar, gerade Menschen mit hohem Blutdruck sollten aber nicht regelmäßig aus den salzigen Quellen trinken.

So wird beispielsweise der „Neue Sprudel“ im Kurpark vor allem für Wannenbäder verwendet. „Das Wasser schmeckt nicht so gut“, warnte Mörler. Auch der Schwefelbrunnen sei eigentlich keine Trinkquelle. Nebenhöhlenerkrankungen und Schuppenflechte könnten mit dem Wasser geheilt werden. Aus der Stahlquelle in Neuenhain sollten wegen des hohen Eisengehalts Schwangere trinken.

Angeregt wurde Monika Mörler zu dem Quellenrundgang von Berichten über positive Erfahrungen mit dem Quellwasser und durch die Arbeit der Sodenerin Dietmut Thilenius, die an der Führung teilgenommen hat. Die ehemalige Ärztin hat ein Buch mit dem Titel „Die Heilquellen in Bad Soden am Taunus“ verfasst, in dem jede einzelne der Quellen beschrieben wird. Als Internistin hat sie sich nicht nur selbst mit der Wirkung von Heilwasser befasst. Ihr Urgroßvater, der Obermedizinalrat Johann Otto Thilenius, hatte sich 1840 als erster Brunnenarzt in Soden niedergelassen. Unter seiner Regie wurde 1857 der „Alte Sprudel“ im Kurpark gebohrt.

Kostenlose Stadtführungen zu verschiedenen Themen bietet die Stadt das ganze Jahr über an. Sie starten an jedem ersten Samstag im Monat um 15 Uhr am Sigrid-Pless-Brunnen auf dem Parkplatz vor dem Ramada-Hotel, Königsteiner Straße 88.

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