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Hattersheim Zehn Prozent mehr für Kinderbetreuung

Stadtparlament beschließt Erhöhung der Kita-Gebühren/Gestiegene Personalkosten

Die Kinderbetreuung in Hattersheim wird teurer. Um etwa zehn Prozent erhöhen sich die Gebühren. Das haben die Abgeordneten im Stadtparlament mehrheitlich beschlossen, nur aus den Reihen der CDU kamen Gegenstimmen.

Grund für die „moderate Erhöhung“ seien die gestiegenen Personalkosten für die Erzieher, erklärte Aylin Cetinkaya, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende und Vorsitzende des Sozialausschusses. Einen Zuschuss kann sich Hattersheim wegen der klammen Stadtkasse nicht leisten. Doch: „Wir wollen nicht auf Kosten der Eltern den Haushalt konsolidieren“, sagte Cetinkaya. Familien, die sich die Mehrkosten nicht leisten können, könnten eine Förderung beantragen.

Ein Ganztagsplatz mit Betreuung bis 17 Uhr kostet in Hattersheim nun 209 statt bisher 190 Euro. Für Kinder, die um 12.30 Uhr abgeholt werden, zahlen Eltern 130 statt bislang 118 Euro. Zudem verteuert sich das Mittagessen von 60 auf 70 Euro pro Monat. Auch Grund- und Hundesteuer hatte die Stadt zuletzt erhöht, um ihrem Ziel eines ausgeglichenen Haushaltsetats näher zu kommen.

„Wir kommen um die Erhöhung nicht drum herum“, sagte Grünen-Stadtverordnete Stefanie Turba. Auch wenn Einsparungen im sozialen Bereich ihr stets Bauchschmerzen bereiteten. Nur so könne man die gute Qualität in den städtischen Kitas und der Kindergrippe aufrecht erhalten.

Karin Fredepold von der FDP sieht jedoch eine Gruppe von Bürgern in Hattersheim einseitig belastet: die Eltern. „In dieser Stadt wird bald gar nichts mehr gehen, wenn wir nicht genauer prüfen, wofür wir Geld ausgeben“, sagte Fredepold. Ihrem Einwand, die Eltern seien zu spät über die Erhöhung informiert worden, widerspricht Bürgermeisterin Antje Köster (SPD). Sie habe bereits im Januar den Stadtelternbeirat informiert. Nach einem Schriftwechsel mit Elternvertretern habe man im Mai ausführlich darüber diskutiert. Vorschläge der Eltern seien in die neue Gebührensatzung eingeflossen.

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Minnert hält die Erhöhung für „unsozial“. Vor allem Familien mit niedrigem und mittlerem Einkommen seien betroffen. Zuletzt hatte die Stadt die Kita-Gebühren vor fünf Jahren erhöht. In Zukunft wolle man die Kosten in kürzeren Abständen prüfen, um größere Sprünge zu vermeiden, sagte Cetinkaya. Sie prangerte die Politik der Landesregierung an, die mehr Personal fordere, dafür aber kein zusätzliches Geld zur Verfügung stelle.

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