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Hattersheim Wasser in der Sarotti-Kita

Beim Montieren einer Wickelkommode hat ein Schreiner eine Wasserleitung angebohrt. Die Eröffnung der Sarotti-Kita verzögert sich daher um Monate.

Fertig, aber geschlossen: die Kita auf dem Sarotti-Gelände. Foto: Martin Weis

Die Freude im Rathaus war groß: Kostenrahmen eingehalten, beim Termin eine Punktlandung. Ende November war die neue Kita mit Krippe im Baugebiet Schokoladenfabrik fertig, Anfang Dezember sollte sie eröffnet werden. Dann passierte es: Beim Montieren einer Wickelkommode bohrte ein Schreiner eine Wasserleitung an. Und der Traum von einem in Rekordzeit reibungslos realisierten Bauprojekt zerplatzte wie eine Seifenblase.

Weil die Leitungen Ende November noch nicht mit Wasser gefüllt waren, bemerkte zunächst niemand das Leck. Und auch als der Wasserhahn aufgedreht wurde, blieb die undichte Stelle eine ganze Nacht lang unentdeckt. Über Stunden sickerte die Feuchtigkeit ungehindert in den Boden und stieg die Gipskartonwände noch. Wer selbst ein Haus gebaut hat, weiß, dass das einer mittleren Katastrophe gleichkommt.

Das Leck sei erst mal gar nicht so einfach zu finden gewesen, berichtete gestern Bauamtsleiter Thomas Kettenbach vor der Presse. Messungen und Gutachten schafften schließlich am vergangenen Montag Klarheit: Eine Zwischenschicht des Bodens ist betroffen und der untere Teil der Zwischenwände ist komplett durchnässt. Die Bauteile müssen nun entweder getrocknet oder komplett ausgetauscht werden. „Wir werden alles fachgerecht reparieren lassen“, verspricht Kettenbach. Zusätzliche Kosten sollten keine auf die Stadt zukommen, hofft Bürgermeisterin Antje Köster (SPD). Die Haftpflichtversicherung des Schreinerunternehmens habe den Schaden bereits anerkannt.

Im Mai oder Juni bezugsfertig

Da die Reparaturarbeiten viel Zeit in Anspruch nehmen, wird die neue Sarotti-Kita aber wohl erst im Mai oder Juni nächsten Jahres bezugsfertig sein. 40 Krippen- und Kindergartenkinder hätten bis dahin nach und nach aufgenommen werden sollen. Das dafür nötige Personal hat der Träger, der Frankfurter Verein zur Unterstützung berufstätiger Eltern, bereits verpflichtet.

Auf der Straße stehen werden Kinder und Erzieherinnen trotz Wasserschaden nicht. Übers Wochenende habe man ein Ausweichquartier im Nassauer Hof gefunden, berichtete Köster gestern. Eigentlich sollten Teile der Stadtverwaltung in die Büros im Erdgeschoss übersiedeln, um im Rathaus Platz zu machen für die Schulkinderbetreuung der Robinson-Schule. Dieses Projekt wird nun hintangestellt. Der Sarotti-Kindergarten kommt erst mal in den Räumen unter, die bisher ein Ingenieurbüro nutzte. Der Main-Taunus-Kreis muss nur noch seine Zustimmung geben, dann kann es Anfang Januar mit der Betreuung der Ein- bis Sechsjährigen losgehen. Die Eltern seien bereits informiert. „Sie sind froh, dass wir diese Zwischenlösung gefunden haben“, sagt Köster.

Vier Millionen Euro hat die Kita für insgesamt 110 Kinder auf dem Gelände der ehemaligen Schokoladenfabrik gekostet. 450 000 Euro sind als Zuschuss vom Land avisiert. Köster hofft, dass das Geld trotz verzögerter Inbetriebnahme nicht verloren ist. „Wir waren ja rechtzeitig mit dem Neubau fertig“, sagt die Bürgermeisterin.

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