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Hattersheim Tunnel wohl bald wieder offen

Deutsche Bahn sucht nach Lösung für Eddersheim.

14.04.2015 17:42

Die Bahn lässt prüfen, ob sie die Unterführung am Eddersheimer Bahnübergang doch wieder öffnen kann. Der Aufschrei der Betroffenen zeigt offenbar Wirkung. Was ein Bahnsprecher am Montag noch nicht aussprechen wollte, teilt seine Kollegin gestern schriftlich mit: „Der zuständige Bereich DB Station & Service hat nun ein vom Eisenbahnbundesamt zugelassenes Sachverständigenbüro beauftragt mit der Zielsetzung, eine vorübergehende Weiternutzung der Unterführung in Eddersheim zu ermöglichen. Zu untersuchen ist, ob dieses Ziel durch geeignete Abstützungen erreicht werden kann.“

Von einer Verfüllung des Fußgängertunnels ist in der Mitteilung nicht mehr die Rede. Vielmehr solle „während dieser (hoffentlich möglichen) Weiternutzung ... gemeinsam mit allen Beteiligten eine zukunftsweisende Lösung für die Gesamtsituation an dieser Eisenbahnkreuzung gesucht und umgesetzt werden“.

Die Bahn setze „seit Beginn des Schulbetriebs DB-Sicherheitspersonal zumindest in den Hauptverkehrszeiten zur Reisendenlenkung ein“. Die Bahnsprecherin übersetzt dies bereitwillig: „Es geht vor allem darum, dass Eltern ihr Kind mit gutem Gefühl zum Zug gehen lassen können.“ Sie wird konkret: „Wir werden unser Sicherheitspersonal vor Ort lassen, bis es eine Lösung gibt.“ Ein solches Ergebnis werde es in Kürze geben, ergänzte sie.

Damit es dazu kommt, versucht die Stadt Hattersheim zeitnah ein Gespräch von Bahn, Landesverkehrsbehörde, Eisenbahnbundesamt, RMV und Anliegerstädten zu koordinieren. Weil es dabei aber um Vertreter „aus höheren Etagen“ gehe, konnte Bürgermeisterin Antje Köster (SPD) gestern keinen Termin nennen.

Die Bahn reagiert also auf massiven Protest. Außer der Demonstration am Montagmorgen, der Mahnwache am Wochenende, Unterschriftensammlungen in beiden Städten – zuletzt gestern durch die SPD Hattersheim – gab es einen Vorstoß des CDU-Bundestagsabgeordneten und Exministers Heinz Riesenhuber bei der Bahnzentrale und nun noch einen ferienbedingt mit zwei Wochen Verspätung veröffentlichten „offenen Brief“ des gesamten Hattersheimer Magistrats.

Der spricht darin von einer „Nacht- und Nebelaktion“, verweist auf „äußerst großes Gefahrenpotenzial“ und fordert „mit großem Nachdruck die Wiedereröffnung der Bahnunterführung und eine anstehende Sanierung“.

Eddersheim hat noch Millionenbetrag gut

Wie all dies finanziert werden soll, wird vermutlich am Freitag auch Thema sein. Die Bürgerinitiative für Umweltschutz (BfU) Eddersheim, die sich auch intensiv gegen die Tunnelschließung engagiert hat, hätte da einen Vorschlag: „Die Bahn mag die Unterführung sehr gerne aus dem Geldpolster von 1,3 Millionen Euro finanzieren, welches DB Bau-Projekt 1998 zweckgebunden für Eddersheim vereinnahmt und zweckentfremdet hat“.

BfU-Sprecher Frank Wolf erklärt, die Bahn habe das Geld damals für Schallschutz an der ICE-Trasse an 500 Eddersheimer Häusern vom Bund erhalten, aber fast alles im Westerwald verbaut. (ul)

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