Lade Inhalte...

Hattersheim Stadtmuseum Geschichtsverein stellt Ultimatum

Bis April will der Geschichtsverein wissen, ob es Räume gibt für ein Stadtmuseum. Dann läuft die Frist für Fördergeld des Landes Hessen aus. Derweil prüft die Stadt erneut, ob im Sarotti-Werkstattgebäude nicht doch eine Kita unterkommen kann.

Ob das alte Sarotti-Werkstattgebäude für eine Kindertagesstätte taugt, soll jetzt nochmal geprüft werden. Foto: Michael Schick

Knapp 9000 Euro hat der Hattersheimer Geschichtsverein für das Konzept eines Stadtmuseums im ehemaligen Werkstattgebäude auf dem Sarotti-Gelände ausgegeben. Sollte bis April nicht klar sein, ob das Museum in den Räumen verwirklicht werden kann und sich auch keine Alternative dazu auftun, will der Verein das Geld von der Stadt zurückfordern. Das sagte Altbürgermeister und Geschichtsvereinsvorsitzender Hans Franssen der FR.

Der Zeitpunkt ist dabei nicht zufällig gewählt. Denn wenn bis April keine Entscheidung zum Projekt Stadtmuseum gefallen ist, sind die Fördergelder – 60000 Euro hat das Land Hessen in Aussicht gestellt – endgültig verloren.

„Wir brauchen Klarheit, wie es weitergehen soll“, sagt Franssen. Seinen Angaben zufolge kommen auf die Stadt minimale Kosten zu. 40000 Euro will der Geschichtsverein für den Aufbau des Museums zuschießen. Ein privater Sponsor habe sich bereit erklärt, einen Gutteil der laufenden Kosten zu tragen. Ein paar tausend Euro blieben am Ende übrig. „Wenn ich das OK bekomme, dass das Museum eingerichtet werden kann, finden wir weitere Spender, und wir steigen am Ende plus minus Null aus“, ist Franssen sicher. Im Übrigen sei nicht einzusehen, warum der Geschichtsverein nicht, wie die anderen Hattersheimer Vereine auch, Geld von der Stadt bekommen solle. „Die Aufbereitung der Stadthistorie sollte uns doch etwas wert sein.“

Debatte um Werkstattgebäude

Auf einen Brief an Bürgermeisterin Antje Köster (SPD), den er Anfang Januar abgeschickt hat, hat Franssen noch keine Antwort erhalten. Vielleicht auch, weil immer noch nicht endgültig entschieden ist, ob im Werkstattgebäude auf dem Sarotti-Gelände nicht doch die neue Kindertagesstätte untergebracht wird, die im Neubaugebiet An der Schokoladenfabrik gebraucht wird.

Zwar ist dem Protokoll einer Ortsbegehung zwischen Stadt und Kreis vom November 2012 zu entnehmen, dass die Räume für eine sechsgruppige Kita nicht geeignet sind, doch hatte die Opposition jüngst im Parlament gefordert, nochmal die Möglichkeit eines Anbaus zu prüfen. Bürgermeisterin Antje Köster will nun eine Plausibilitätsprüfung mit sämtlichen Unterlagen für das Projekt zusammenstellen und den Parlamentariern vorlegen.

Bei einigen Mitgliedern des Geschichtsvereins liegen indes die Nerven blank. Es gebe Überlegungen, falls das Museumsprojekt scheitere, vor das Rathaus zu ziehen und dort die in Jahrzehnten zusammengesammelten historischen Exponate zu deponieren, sagt Hans Franssen.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen