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Hattersheim Speisen im edlen Gasthof

Der Nassauer Hof in Hattersheim hat eine mehr als 200 Jahre währende Geschichte. Das Lokal in dem alten Gemäuer ist jetzt wieder geöffnet. Die neuen Pächter bieten eine klassische bürgerliche Küche.

Pächterin Snjezana Sosic hat mit dem Nassauer Hof ihren zweiten Gastronomiebetrieb in der Region eröffnet. Foto: Martin Weis

Er war einmal eines der beliebtesten Gasthäuser zwischen Frankfurt und Mainz. Damals als zu Beginn des 19. Jahrhunderts betuchte Gäste des Nassauer Hofes mit Diamantringen ihre Namen in die Fensterscheiben ritzten und das Treiben auf der alten Fernhandelsstraße, der Via Regia beobachteten, war das klassizistische Gebäude im Zentrum von Hattersheim ein vornehmer Reisegasthof.

Mehr als 200 Jahre später sieht vieles im Nassauer Hof so aus wie früher. 2004 wurden die Renovierungsarbeiten, die mehrere Millionen Euro gekostet haben, abgeschlossen. Das weitläufige Gebäude gehört der Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft (Hawobau), im Ostflügel ist seit fast zehn Jahren eine Gaststätte untergebracht, die nach mehrmonatiger Pause seit Anfang diesen Monats wieder bewirtschaftet wird.

Auch Kroatisches steht auf der Karten

Goran Sosic und seine Frau Snjezana-Nana sind die neuen Pächter. Und sie haben schon mal einen ganz wichtigen Schritt getan: Die frühere Eingangstür zur Gaststätte, über der eine Replik des schwarzen Original-Schildes mit dem verschnörkelten goldenen Schriftzug „Nassauer Hof“ prangt, soll wieder zum Haupteingang des Lokals werden.

Über drei Treppenstufen steigt man hoch. Innen drin geht es links in den ehemaligen Kutscherraum, wo das Personal verköstigt wurde, rechts in die Frankfurter Stube – mit grün gestrichenen Wänden und kunstvollen Bordüren ein edles Speisezimmer – und weiter in die Mainzer Stube und die alte Toreinfahrt.

Auch an Wochentagen haben Goran und Snjezana Sosic die Tische mit gestärkten weißen Tischtüchern und Stoffservietten festlich gedeckt. Der alte Eichendielenboden in den historischen Räumen des Nassauer Hofes wurde erst kürzlich noch mal abgeschliffen und auch sonst einiges im Zuge des Pächterwechsels renoviert.

Der Schankraum mit modernen Holzstehtischen und Bänken bildet die Verbindung hin zur Küche, wo vier Köche werkeln. Als „gutbürgerlich, traditionell mit modernen Akzenten“ beschreibt Snjezana Sosic die kulinarische Linie. Sie und ihr Mann haben ihre Wurzeln in Kroatien, deshalb stehen auch Cevapcici (Hackfleischröllchen) und Pljeskavica (Hacksteak) auf der Speisekarte. Dazu gibt es Schnitzel und Rumpsteak, Frankfurter Grüne Soße, Omas Rinderroulade, Tafelspitz, Apfelstrudel und Palatschinken. Im Sommer wird die Küche im Nassauer Hof künftig durchgehend ab 11 Uhr geöffnet sein; auch im weitläufigen Innenhof können die Gäste dann Platz nehmen. Im Winter wird mittags und abends gekocht. Montag ist Ruhetag.

Unter 20 Bewerbern ausgewählt

„Wir sind sehr froh, dass wir wieder einen Pächter für den Nassauer Hof haben“, sagt Holger Kazzer, Geschäftsführer der Hawobau. 20 Bewerber habe es für das Lokal gegeben. Die Familie Sosic, die auch das Restaurant Mainterrassen in Rüsselsheim bewirtschaftet, habe das überzeugendste Konzept vorgelegt, sich auch mit der Historie des Gebäudes auseinandergesetzt. „Wir wollten im Nassauer Hof traditionelle gutbürgerliche Küche anbieten, keine kulinarischen Experimente ausprobieren“, sagt Kazzer.

Der Pächter, der den Nassauer Hof Ende August ohne Vorankündigung verlassen hatte und erst mal verschwunden war, sei zwischenzeitlich wieder aufgetaucht, berichtet Holger Kazzer. Es habe auch schon Gespräche mit ihm gegeben, da die Hawobau noch Geldforderungen an den Gastronomen hat. Entschieden ist noch nichts. „Das ist ein schwebendes Verfahren und alles noch offen“, sagt Kazzer.

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