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Hattersheim Sarotti-Gelände Wohnen in Mocca, Toffee und Mousse

Auf dem alten Sarotti-Gelände in Hattersheim haben die Bauarbeiten begonnen. Reihenhäuser werden dort entstehen, mit Namen, die an die süße Vergangenheit erinnern. Was mit dem alten Werksgebäude geschieht, ist noch offen.

Noch ist nicht klar, wie und ob das alte Werksgebäude auf dem ehemaligen Sarotti-Gelände genutzt wird. Foto: Michael Schick

Auf dem alten Sarotti-Gelände in Hattersheim haben die Bauarbeiten begonnen. Reihenhäuser werden dort entstehen, mit Namen, die an die süße Vergangenheit erinnern. Was mit dem alten Werksgebäude geschieht, ist noch offen.

Sie heißen Mocca, Vanilla, Toffee und Mousse: Die neu gebauten Reihenhäuser der Bremer Firma Interhomes wollen mit ihren Namen Erinnerungen an Zeiten wecken, als über dem Gelände am Hessendamm noch der Duft von Schokolade hing. Zeugen der Sarotti-Zeit sind allerdings nur noch drei alte Bauten, ein Schornstein, die ehemalige Pförtnerloge und das Werksgebäude. Alle drei stehen unter Denkmalschutz.

Einen Rundgang durch das neue Baugebiet unternahmen am Dienstag Stadtverordnete und Vorstandsmitglieder der Hattersheimer FDP. Sie wollten sich aus erster Hand informieren, wie der Bau von Reihen- Doppel- und Einfamilienhäusern voranschreitet und ob die Bauherren mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Alles bestens, war die Auskunft. Auch der Bau der neuen Kindertagesstätte läuft planmäßig. In der letzten Versammlung hatten die Stadtverordneten beschlossen, von Nestlé ein kleineres Grundstück als geplant anzukaufen und neu zu bauen. Die Überlegung, das 1925 gebaute Werksgebäude für die Betreuung der Kinder zu nutzen, war schnell vom Tisch: zu teuer, ein Neubau kommt die zum Sparen gezwungene Stadt günstiger. Der Boden, auf dem die Kita gebaut werden soll, wurde bereits ausgetauscht, um sicher zu gehen, dass keine Altlasten aus der Industrie-Zeit den Kindern schaden.

Was aus dem Werkstattgebäude wird, ist noch ungewiss. Laut erster Stadträtin Karin Schnick (Grüne) hat Hattersheim schon vor einiger Zeit einen städtebaulichen Vertrag mit Nestlé geschlossen, der vorsieht, dass die Lebensmittelfirma der Stadt das Gebäude saniert übergeben wird. Die Gretchenfrage ist nun, was man dort unterbringt, denn die Stadt muss, wenn sie das Gebäude übernimmt, auch die Kosten für den Erhalt tragen, rund 25.000 Euro pro Jahr. Ein Museum für den Geschichtsverein war lange im Gespräch, wurde aber wegen der Kosten verworfen. Seit die Stadtverordneten den Beschluss fassten, die Stadthalle offen zu lassen, werden die Karten nun wieder neu gemischt. Zum einen könnte das alte Werksgebäude Vereinen dienen, denen die Räume im Posthof und im Nassauer Hof verloren gehen könnten, wenn die Verwaltung ihr Büroräume dort zentralisieren würde. Es gibt aber auch die Option, so Karin Schnick, das Angebot von Nestlé auszuschlagen.

Der 1884 gebaute Schornstein, soll laut Nestlé der Mainova zugeschlagen werden, die die Energieversorgung des neuen Wohngebietes übernehmen wird. Nestlé hat den Schornstein saniert. Für das Gelände rund um den Pavillon interessiert sich der Evangelische Verein für innere Mission in Nassau (Evim). Er will nach Aussage von Geschäftsführerin Renate Pfautsch dort neue Räume für die Reha-Werkstatt anmieten, wenn sich ein Investor findet. Die Verhandlungen laufen noch. Erstaunt zeigten sich FDP-Fraktionsvorsitzender Dietrich Muth und Stadtverordnete Karin Fredebold (FDP) darüber, dass Nestlé einen Teil des früheren Schrebergartengeländes zum Kauf angeboten hatte, obwohl der Bebauungsplan es nicht erfasst. Das Gebiet gehörte früher Hessenwasser, die Kleingärtner hatten es gepachtet. Karin Schnick: „Das Gelände liegt außerhalb des Bebauungsplans im Außenbereich. Dessen Nutzung muss generell mit dem Umweltamt des Main-Taunus-Kreises abgestimmt werden. Wir gehen davon aus, dass trotz Eigentümerwechsel der Charakter des Grünzugs erhalten bleibt.“

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