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Hattersheim Morbide Faszination

Der Hattersheimer Autor Alexander Schaub hat sich in seinem Krimi „Der Engelmacher von Frankfurt“ in einen Serienmörder hineinversetzt. Mehr als zwei Jahre hat er an dem Roman gearbeitet. Dabei sind ihm so viele Ideen gekommen, dass eine Fortsetzung bereits geplant ist.

01.09.2015 17:40
Jöran Haders
Krimiautor Alexander Schaub mit seinem Debütroman. Foto: Michael Schick

„Als Kind habe ich Bücher gehasst“, erinnert sich Alexander Schaub. Rückblickend findet er es daher selbst kurios, dass er nun einen eigenen Roman veröffentlicht hat. Der heißt „Der Engelmacher von Frankfurt“ und handelt von einem Serienmörder, der in der Mainmetropole junge blonde Frauen tötet, ihnen die Zunge herausschneidet und sie als Engel ausstaffiert.

„Eifersucht und Habgier sind typische Motive für einen Mord, die sich vergleichsweise leicht nachvollziehen lassen“, sagt Schaub. „Die Beweggründe, die Serienmörder zu ihren Taten veranlassen, sind weitaus schwieriger zu verstehen.“ Doch gerade die Tatsache, dass sich ein „Normalmensch“ kaum vorstellen könne, was im Kopf eines Serienmörders vorgeht, mache diese Verbrechen so interessant, glaubt der Krimi-Debütant: „Das Thema hat eine gewisse morbide Faszination.“

Anders als die Boulevardpresse konzentriert sich Alexander Schaub aber nicht auf die schrecklichen Taten, sondern auf deren Hintergründe. „Serienmörder fangen normalerweise nicht einfach aus heiterem Himmel an zu morden, sondern haben eine Geschichte, die man erzählen kann.“

Weil die Geschichten dieser Mörder nicht viel mit dem normalen Alltag zu tun hätten, seien Fantasie und gründliche Recherche die Grundlagen für einen realistischen Krimi. „Manches lässt sich wissenschaftlich erklären“, stellt Schaub fest. Um sich in die Täter hineinzudenken, hat er die Sachbücher des Kriminalisten Stephan Harbort gelesen, der zahllose Interviews mit Serienmördern geführt hat. Geholfen hätten ihm auch Gespräche mit seiner Frau, die Psychologin ist, und mit einem Freund, der bei der Kriminalpolizei arbeitet.

Nachdem er einen tiefen Blick in die Psyche der Täter gewagt hat, ist Alexander Schaub froh, dass er es nur in der Fiktion mit Mord und Totschlag zu tun hat. „In der Realität möchte ich in so etwas nicht drinstecken“, sagt der Autor. Doch für einen Roman gebe es nichts Dankbareres als einen Serienmörder. Das liege vielleicht daran, dass sich der Leser einerseits mit den Opfern und denjenigen, die die Taten aufklären müssen, identifizieren könne, andererseits aber auch darüber nachdenken könne, wie viel ihn selbst vom Verbrecher trenne.

Fortsetzung ist schon geplant

Für das Schreiben seines ersten Kriminalromans hat Schaub sich viel Zeit gelassen. „Ich hatte ja überhaupt keine Erfahrung als Autor und musste viel lernen“, meint Schaub, der seit 2014 mit seiner Frau im Hattersheimer Stadtteil Okriftel wohnt.

Zwei Jahre lang arbeitete er an der ersten Version des Buches, das er anschließend noch einmal komplett umschrieb. 50 Verlagen bot er den Roman an. Schließlich bekam er vom Frankfurter Mainbook-Verlag eine Zusage. Mit Verlagsleiter Gerd Fischer habe es von Anfang an eine konstruktive Zusammenarbeit gegeben. „Fischer ist selbst Krimiautor und hat mir viele hilfreiche Tipps gegeben“, sagt Schaub. Bei der letzten Überarbeitung von „Der Engelmacher von Frankfurt“ sei die Story noch knackiger geworden. „Alles Unwesentliche habe ich gekürzt, unnötige Beschreibungen und Füllwörter weggelassen und auch das Ende noch einmal verändert“, erzählt Schaub.

Ursprünglich hatte er geplant, den Mörder am Schluss des Buchs sterben zu lassen. Dann kamen Schaub aber immer mehr Ideen für eine Fortsetzung der Story, weswegen er den Täter überleben ließ. „Ich habe mit ihm noch etwas vor“, deutet der Schriftsteller an. Und auch seine beiden Ermittler, der Privatdetektiv Tom Martini und die Kriminalhauptkommissarin Andrea Lamprecht, sollen seinen Lesern weiterhin erhalten bleiben. Mindestens zwei weitere Frankfurt-Krimis um Martini und Lamprecht werde es noch geben, kündigt Schaub an.

Das Schreiben geht dem gebürtigen Frankfurter, der nicht nur im heimischen Arbeitszimmer, sondern auch unterwegs am Laptop an seinen nächsten Büchern arbeitet, inzwischen schneller von der Hand. Auf die Fortsetzung zum „Engelmacher von Frankfurt“ werden die Leser daher keine zwei Jahre warten müssen.

Der Roman „Der Engelmacher von Frankfurt“ ist im Mainbook-Verlag erschienen und kostet 10,70 Euro.

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