Hattersheim Großes Lob für „Essbare Siedlung“

Die Bewertung der Entente-Florale-Jury für die „Essbare Siedlung“ liegt vor. Sie hebt den „ganzheitlichen Ansatz“ des Projektes hervor. Die „Essbare Siedlung“ ist bei dem bundesweiten Wettbewerb mit der Silbermedaille ausgezeichnet worden.

Erfolgreiche Gärtner. Fotograf: Renate Hoyer

Den „ganzheitlichen Ansatz“ hebt die Jury hervor, die „gepflegten und sehr farbenfroh gestalteten privaten Vorgärten“, aber auch besondere Projekte wie die „Essbare Siedlung“ oder die Aktivitäten rund um den Quartiersplatz. Dafür hat Hattersheim jüngst die Silbermedaille beim bundesweiten Wettbewerb „Entente Florale“ erhalten. Darüber hinaus wurden Stadt und Hattersheimer Wohnungsbaugesellschaft (Hawobau) für die „Essbare Siedlung“ mit dem Sonderpreis des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft ausgezeichnet.

Nun hat die Stadtverwaltung die komplette schriftliche Bewertung des Jury-Besuchs veröffentlicht. Darin berücksichtigen die Gutachter auch die besondere Situation der Stadt, die als Rettungsschirm-Kommune über deutlich weniger materiellen Rückhalt verfügt als Eschborn, das im Jahr zuvor ebenfalls eine Silbermedaille gewonnen hatte. „Es ist sehr erfreulich, dass die Verwaltung trotz der schwierigen finanziellen Situation großen Einsatz zeigt, die Bürger sich aktiv einbringen und beide zusammen die Stadt in eine neue Zukunft führen“, loben die Juroren.

Tipp: Rosarium attraktiver machen

Sie haben aber auch ein paar Tipps parat, in denen sie eine zumindest leise Kritik mitschwingen lassen. So sehen die Pflanzenexperten die Möglichkeit, mehr Touristen in die Mainstadt zu locken. Als eine der Sehenswürdigkeiten heben die Juroren dabei das 1997 eingerichtete Rosarium hervor. Das könne jedoch attraktiver gestaltet werden, empfehlen sie, etwa durch das Nachpflanzen mit robusten Sorten und eine Bodenverbesserung. „Für diese Maßnahmen sollte unbedingt externe fachliche Kompetenz hinzugezogen werden“, raten sie in ihrem Urteil.

Es überwiegt jedoch eindeutig das Lob. So wird der Edeka-Markt auf dem Sarotti-Gelände für seine Dachbegrünung hervorgehoben und das Bemühen der Verwaltung, bei ihren Planungen einen Ausgleich zwischen Umwelt- und Klimaschutz und den Interessen von Bevölkerung und Gewerbe zu suchen. Vorbildlich sei darüber hinaus die Zusammenarbeit der Kommune mit Vereinen, Verbänden, Kindergärten und Schulen, etwa bei der Neugestaltung des Franziskus-Gartens oder dem Haus St. Martin für wohnungslose Menschen.

Durch solche Aktivitäten werde das „Wir-Gefühl“ in der Kommune gestärkt. Als besonders positives Beispiel nennt die Jury die „Essbare Siedlung“. Dabei bewirtschaften die Anwohner der Siedlung am Südring gemeinsam einen 400 Quadratmeter großen Stadtgarten mit 24 Parzellen. Als interkulturelles Beteiligungsprojekt werde es im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ in Hattersheim „vorbildlich praktiziert“, lobt die Jury. Die „Essbare Siedlung“ sei für Kinder und Jugendliche, aber auch für viele andere Menschen in dem Wohngebiet von besonderer Bedeutung.