Lade Inhalte...

Hattersheim Gewerbegebiet Was soll mit der Phrix passieren?

Die Stadt Hattersheim und der Regionalverband wollen Strategien für die Brache der ehemaligen Zellulosefabrik Phrix entwickeln. Die Phrix-Fabrik steht nicht unter Denkmalschutz und kann theoretisch verkauft und abgerissen werden.

Die 1884 gebaute ehemalige Zellulosefabrik am Mainufer ist nur noch eine spärlich genutzte Industrieruine. Foto: Michael Schick

In vielen Fenstern steckt kein Glas mehr, der Backstein wirkt marode und der Rost nagt an allem, was aus Metall ist. Von der ehemaligen Zellulosefabrik am Okrifteler Mainufer ist nur noch eine riesige Industriebrache übrig. Das hat gewiss seinen Charme. Vor allem die Künstler, die dort mit ihren Ateliers eingezogen sind, und Filmemacher, die das Gelände als Kulisse nutzen, schätzen das morbide Flair.

„Doch es hat kein Flair mehr, wenn das Gebäude noch mehr zerfällt“, sagt Bürgermeisterin Antje Köster (SPD). Zusammen mit dem Regionalverband Frankfurt-Rhein-Main will sie eine neue Strategie für die Entwicklung des Gewerbegebiets an der Rheinstraße erarbeiten. Daran sollen auch die Unternehmen beteiligt sein, die bereits auf dem 29? Hektar großen Areal angesiedelt sind.

Hattersheim hatte sich auf die Ausschreibung des Regionalpark-Projekts Innenentwicklung Gewerbe (PIG) beworben und bekam den Zuschlag. Die Kosten von 12.000 Euro werden geteilt. Der Regionalpark hatte das Projekt 2012 gestartet und in Kronberg, Groß-Gerau und Rodgau getestet. In diesem Jahr sollen Eppstein, Dreieich und Steinbach folgen.

Gewerbetreibende nach Ideen gefragt

Das Gewerbegebiet an der Rheinstraße erstreckt sich entlang des Mains von der Phrix-Ruine bis zum Kieshandel Schindling am Ortsausgang. Dazwischen haben sich Supermärkte, Werkstätten, Einzelhändler und Büros kleinerer Unternehmen angesiedelt. Ganz in der Nähe am Main gibt es auch einen Beach-Club.

Um die Interessen aller unter einen Hut zu bringen, wurden in einem ersten Schritt Gewerbetreibende angeschrieben und zu ihren Ideen befragt. Wie soll es mit dem Gebiet in zwei, fünf oder 15 Jahren weitergehen? Wie kann die Standortqualität gesteigert werden? Und wie lässt sich die Lebensqualität im angrenzenden Wohngebiet verbessern? Das waren die Kernfragen der Interviews. Ende Juni möchte man sich gemeinsam zusammensetzen und Entwicklungsstrategien besprechen. Das Areal ist als Mischgebiet angelegt, sagt Erste Stadträtin Karin Schnick (Grüne). Für die angesiedelten Unternehmen bestehe Bestandsschutz. Neben Gewerbeflächen gibt es aber auch Wohnräume. Die Phrix-Fabrik steht nicht unter Denkmalschutz und könnte theoretisch verkauft und abgerissen werden.

Erste Ergebnisse erwartet Birgit Simon, Erste Beigeordnete des Regionalverbands, nach den Sommerferien. Begleitet wird der Prozess von einem Planungs- und Moderationsbüro. Simon sieht den Verband als Impulsgeber und neutralen Berater. Wie es mit dem Gewerbegebiet weitergeht, entscheidet schließlich die Stadt. Schnick schätzt, dass eine gelungene Nachverdichtung mehr als 15 Jahre dauern kann.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen