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Hattersheim Eine ganze Straße als Galerie

Die Kunstaktion soll die Hattersheimer Innenstadt beleben und Menschen ins Gespräch bringen. Rund 20 Geschäfte, acht Künstler und mehr als ein Dutzend Schüler der Heinrich-Böll-Schule nehmen an der Aktion teil.

31.05.2015 18:12
Jöran Haders
Kunst im Schaufenster: hier im ehemaligen Vodafone-Laden. Foto: Michael Schick

Manche Bilder sind auffällig auf Staffeleien mitten im Schaufenster platziert, andere verschwinden fast zwischen den Werbetafeln der Geschäfte. Wie die Kunstwerke, die seit dem vergangenen Wochenende in den Auslagen von Läden an der Frankfurter Straße und an ihren Nebenstraßen ausgestellt sind, dort präsentiert werden, das ist ebenso unterschiedlich wie die Werke selbst.

Rund 20 Geschäfte, acht Künstler und mehr als ein Dutzend Schüler der Heinrich-Böll-Schule beteiligen sich an der Kunstaktion „Die Frankfurter 2.0“. Initiiert haben sie Klaus Störch und Manfred Wiegand. Im vergangenen Jahr waren die beiden selbst künstlerisch aktiv und machten mehr als 500 Fotos der Frankfurter Straße. Daraus wurde eine Ausstellung im Haus Sankt Martin am Autoberg.

Ursprünglich wollte Störch, der als Leiter der Obdachloseneinrichtung und Beratungsstelle für Migranten der Caritas jeden Tag durch die Frankfurter Straße zu seinem Büro läuft oder radelt, das Fotoprojekt, das er als „Liebeserklärung an eine Straße“ verstanden hat, fortsetzen und die Geschichten hinter den Bildern aufschreiben. Doch weil es Wiegand und Störch gelang, Künstler und Geschäftsleute für ihr Projekt zu begeistern, konnten sie nun die ganze Straße zu einer Galerie machen.

Der Inhaber der Hattersheimer Teestube, Jürgen Eisele, hat im Fenster seines Ladens zwei große Bilder von Schülern aufgestellt. Die Kunstaktion bringe Abwechslung und Farbe in die Straße, lobt Eisele. Während die Frankfurter Straße früher einmal eine blühende Einkaufsstraße gewesen sei, sei die Situation für Einzelhändler dort schon seit langem schwierig.

„Die Leute kaufen im Internet oder in großen Supermärkten ein. Die kleinen Geschäfte müssen ums Überleben kämpfen.“ Auch Bürgermeisterin Antje Köster (SPD) erinnert sich noch an Zeiten, in denen es in der Frankfurter Straße keine leerstehenden Läden gab. Projekte wie „Die Frankfurter 2.0“ könnten dazu beitragen, die Innenstadt aufzuwerten und dafür sorgen, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen, sagt Köster.

Christine Kartusch, die in ihrer Werkstatt in der Rotenhofstraße handgefertigte Taschen verkauft, hat ihr Schaufenster und einen Teil ihres Geschäfts freigeräumt, um Platz für mehrere Bilder des Malers Hannes Bartels zu schaffen. Der glaubt, dass alle Teilnehmer etwas von der Aktion haben.

„Die Künstler können ihre Werke an einem ungewöhnlichen Ort zeigen, die Ladenbesitzer bekommen zusätzliche Aufmerksamkeit und die Passanten freuen sich, dass sie etwas zu sehen haben“. Lara Mouvée, die ihr Atelier ebenfalls in der Phrix hat, ergänzt: „Normalerweise stellen Künstler nicht gerne in Geschäften aus. Aber an diesem Projekt würde ich mich wieder beteiligen.“

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