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Hattersheim Alte Schule wird Flüchtlingsheim

Der Kreisausschuss hat entschieden, das Gebäude der ehemaligen Eddersheimer Grundschule zu einem Flüchtlingsheim umzubauen. 44 weitere Asylbewerber kommen damit in Eddersheim unter, insgesamt werden es 77 sein.

10.10.2014 17:16
Jöran Harders

Dass in Eddersheim ab 2015 viel mehr Flüchtlinge wohnen werden als in den beiden anderen Hattersheimer Stadtteilen, hätte sich Bürgermeisterin Antje Köster (SPD) auch lieber anders gewünscht. „Eigentlich gibt es einen Beschluss des Stadtparlaments, der vorsieht, dass Asylbewerber je nach Größe der Stadtteile möglichst gleichmäßig verteilt werden sollen“, sagt die Rathauschefin.

Als kleinster Stadtteil hätte Eddersheim somit auch die wenigsten Flüchtlinge aufnehmen sollen. Nun hat der Kreisausschuss entschieden, das Gebäude der ehemaligen Eddersheimer Grundschule zu einem Flüchtlingsheim umzubauen. 44 weitere Asylbewerber kommen damit in Eddersheim unter, insgesamt werden es 77 sein. Die Stadt habe darauf keinen großen Einfluss nehmen können, sagt Köster.

Die alte Schule habe sich angeboten, weil sie ohnehin leerstehe und bereits im Besitz des Kreises sei. Alternativen habe sie dem Kreis, mit dem sie bei der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten nach wie vor „im engen Dialog“ stehe, nicht anbieten können, erklärt Köster. Das ehemalige Okrifteler Rathaus, dass sich nach Ansicht der Bürgerinitiative „Alte Schule Eddersheim“ (BIAS) für den Umbau zum Asylbewerberheim geeignet hätte, sei „schon so gut wie verkauft“. Die Stadt sei zum Verkauf des Gebäudes gezwungen, um die Schutzschirm-Kriterien zu erfüllen.

Initiative gibt Protest auf

Bis zum Jahresende sollen die Planungen für die neue Flüchtlingsunterkunft in Eddersheim ausgearbeitet und eine Baugenehmigung beantragt werden, teilt Kreisbeigeordneter Johannes Baron (FDP) mit. Dann könnten die Arbeiten voraussichtlich im Januar beginnen und bis Mitte 2015 abgeschlossen sein. Sollte die Kapazität der neuen Unterkunft voll ausgeschöpft werden, würden in Eddersheim mit 77 Flüchtlingen deutlich mehr leben als in den anderen Stadtteilen. In der Kernstadt sind es derzeit 43, in Okriftel 13. Damit stehen ab kommendem Jahr für das gesamte Stadtgebiet 134 Plätze für Asylbewerber zur Verfügung. Aktuell fehlen in Hattersheim 27 Plätze, um die Flüchtlingsquote von 10,7 Prozent zu erfüllen.

Die BIAS, die knapp 700 Unterschriften gegen das Heim in der alten Schule gesammelt hat, will jetzt nicht weiter dagegen kämpfen. „Wir haben nicht aus Ausländerfeindlichkeit protestiert, sondern weil wir eine gerechtere Verteilung der Asylbewerber wollten“, erklärt BI-Mitglied Alfred Neumann. Stattdessen wolle man sich mit den neuen Nachbarn arrangieren und den Asylbewerbern helfen. „Wir werden uns einbringen und dazu beitragen, dass sich die Flüchtlinge hier wohlfühlen“, kündigt Neumann an.

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