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Hanau Philharmonie als Zugpferd

Das Crossover-Orchester zieht nach Hanau. Damit wird die Neue Philharmonie zur wichtigen Attraktion für den Congress Park.

Sinfoniekonzert im CPH
Die Sinfoniekonzerte im CPH ziehen viele Besucher an. Foto: CHP

Die Neue Philharmonie Frankfurt gehört zu den profiliertesten Crossover-Orchestern, sie spielte schon in der Elbphilharmonie und mit Größen wie Jazz-Sänger Gregory Porter. Gegründet wurde das Orchester, das Klassik, Rock, Pop und Filmmusik im Repertoire hat, 1999 in Hanau. Und hierher verlegt es demnächst seinen Sitz von Offenbach. Gründer und Geschäftsführer Dirk Eisermannn betont, dass es sich nicht nur um eine Änderung der Firmenadresse handele. Die Philharmonie werde in der Stadt präsent sein, auch mit eigenen Räumlichkeiten, plane Kooperationen und Veranstaltungen mit anderen Hanauer Kulturschaffenden. „Wir wollen querdenken.“ Mehr verraten will Eisermann noch nicht.

Von dem Plan berichtete er bei der Vorstellung der Reihe „Congress Park Sinfonie“, die bald ihr Zehnjähriges feiert. Seit 2009 ist die Philharmonie das Stammorchester im Congress Park Hanau (CPH) in der Altstadt. Nach Angaben der Stadt waren die Konzerte – 2019 werden etwa Sinfonien von Beethoven und Rachmaninow interpretiert – stets ausverkauft. Etwa die Hälfte der Plätze im Paul-Hindemith-Saal werden von aktuell 373 Abonnenten gefüllt. Tendenz steigend, sagt Eisermann.

Damit ist die Neue Philharmonie eine wichtige Attraktion für das CPH. Das Tagungs- und Veranstaltungszentrum, dessen Bau etwa 34 Millionen Euro und damit 30 Prozent mehr als geplant kostete, war 2003 eröffnet worden. Das Haus, das mit dem Wilhelmsbader Comoedienhaus von der städtischen Betriebsführungsgesellschaft verantwortet wird, ist weiter defizitär, zuletzt war von einem Minus von mehr als einer Million Euro die Rede. Allerdings habe die CPH-Leitung den Verlust sukzessive gesenkt, sagt OB Claus Kaminsky (SPD). Er räumt ein, dass solche Konzerte „wie andernorts“ ein Zuschussgeschäft seien. Dennoch seien sie wichtig – für Hanaus Anspruch, „kulturelle Hochburg im Osten des Rhein-Main-Gebiets“ zu sein sowie für Auslastung und Renommee des CPH.

Jens Troester, der zuvor unter anderem Generalmusikdirektor bei Theater und Philharmonie Thüringen (TPT) war, will als neuer künstlerischer Leiter der Neuen Philharmonie weiter auf Vielfalt setzen. Das passe zu seinem „jungen, wachen, neugierigen“ Orchester. Wenn er ein Programm auswähle, stelle er sich vor, er lade Gäste ein, die sich gegenseitig zwar nicht kennen, sich aber viel zu sagen hätten. Zum Auftakt der Reihe 2019 sind Mozart und Beethoven zu Gast – und Wojciech Kilar, mit seiner eindringlichen, minimalistisch anmutenden Neuen Musik.

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