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Gesamtschule Am Rosenberg Chance für Hauptschüler

An der Hofheimer Gesamtschule am Rosenberg können Hauptschüler zusätzlich ihre Mittlere Reife machen - müssen dafür aber öfter in die Schule als ihre Realschulkollegen.

Gesamtschule Am Rosenberg Foto: Michael Schick

Das Programm ist straff: 35 Unterrichtsstunden soll es in der neuen zehnten Hauptschulklasse an der Gesamtschule Am Rosenberg geben, allein sechs Mathestunden und jeweils fünf Stunden in den Fächern Deutsch und Englisch. Damit werden die Mädchen und Jungen fünf Schulstunden pro Woche mehr haben als ihre gleichaltrigen Mitschüler, die die Schulbank in der Realschule drücken. Das Ziel, das die Zehntklässler der Hauptschule vor Augen habe, ist allerdings auch ein ehrgeiziges: Innerhalb von acht Monaten sollen sie in die Lage versetzt werden, den Realschulabschluss zu schaffen. „Das wird nicht einfach“, sagt Schulleiter Rolf Richter. „Aber wir sind zuversichtlich, dass es engagierte Schülerinnen und Schüler schaffen können.“

Gut der Hälfte der Neuntklässler, die in diesem Jahr vor dem Hauptschulabschluss nach neun Jahren stehen, traut Richter zu, die neue zehnte Hauptschulklasse zu besuchen, sechs hätten sich bereits angemeldet, erzählt er.

Das neue Angebot der Hofheimer Gesamtschule soll dabei nicht nur für die eigenen Schülerinnen und Schüler offen sein. Auch Jugendliche anderer Schulen könnten sich bewerben. „Wir sind die erste Schule im Main-Taunus-Kreis, die eine zehnte Hauptschulklasse einrichtet“, sagt Richter. „Da erwarten wir uns auch Interesse von außen.“

Das zehnte Hauptschuljahr ist nicht zuletzt als Entlastung für die beruflichen Schulen gedacht. Viele Hauptschüler wechselten nach neun Schuljahren in die Berufsfachschulen, müssten sich dort auf ein Fachgebiet festlegen und seien oft überfordert, so Richter.

Wer am Rosenberg das zehnte Hauptschuljahr absolviere strebe einen allgemeinen Bildungsabschluss an und verbessere in jedem Fall seine Chancen auf dem Ausbildungsmarkt, ist Kreisbeigeordneter und Schuldezernent Michael Cyriax (CDU) überzeugt. Das Image der Hauptschule werde damit aufgewertet. Der Kreis unterstützt das Projekt deshalb, vom Jugendamt soll es Hilfe geben, falls Schüler zusätzliche Unterstützung brauchen.

Voraussetzung, um sich für die zehnte Hauptschulklasse anzumelden ist der qualifizierende Hauptschulabschluss und eine Durchschnittsnote von besser als drei. In den Hauptfächern sollten die Schüler im Zeugnis möglichst eine zwei haben. Per Vertrag will sich die Schule Am Rosenberg versichern lassen, dass die Mädchen und Jungen das zehnte Hauptschuljahr ernst nehmen, pünktlich sind und leistungsbereit.

Die Hauptschüler hätten einiges nachzuholen, ehe sie zur Realschulabschlussprüfung antreten könnten, räumt die Leiterin des Hauptschulzweiges, Andrea Seßner, ein. „Wir werden sie aber nach besten Kräften unterstützen.“ Geleitet wird die zehnte Hauptschulklasse von Elke Becker, die bereits in Mecklenburg-Vorpommern ein ähnliches Projekt auf die Beine gestellt hat. Unter Umständen, sagt Schulleiter Rolf Richter, stünden auch Personalreserven für zusätzlichen Förderunterricht zur Verfügung.

Ein Info-Abend zum zehnten Hauptschuljahr beginnt am Donnerstag, 3. Februar, 20 Uhr in der Stormstraße 54.

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