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Geld für Wetterstation Hofheim will Kachelmann anlocken

Die Stadt Hofheim und der Kreis wollen Wetter-Promi Jörg Kachelmann eine kommerzielle Mess-Station am Langenhainer Ortsrand finanzieren. Von Barbara Helfrich

31.03.2009 08:03
BARBARA HELFRICH
Der Metereologe Jörg Kachelmann will in Hofheim eine Mess-Station einrichten - aber nur, wenn die öffentliche Hand zahlt. Foto: dpa

Jörg Kachelmann will in Langenhain das Wetter messen. Das von ihm gegründete Unternehmen Meteomedia plant neben der Volkssternwarte eine neue Mess-Station. Finanziert wird die rund zwölf Meter hohe Anlage allerdings komplett aus öffentlichen Kassen: Die Stadt Hofheim zahlt für den Bau einmalig 18.000 Euro, hinzu kommen jährliche Betriebskosten von 500 Euro. Auch der Kreis beteiligt sich. Er steckt 10.000 Euro in die Mess-Station, die für die Firma Meteomedia unter anderem Temperatur, Windstärke, Sonnenscheindauer und Niederschlagsmenge präzise aufzeichnen wird.

Aktuelle Beobachtungsdaten seien für regionale und lokale Wettervorhersagen wichtig, begründet der Magistrat das finanzielle Engagement der Stadt gegenüber dem Ortsbeirat. Dieser hatte sich bei der Planung der Mess-Station übergangen gefühlt und deshalb nachgefragt..

Die Mess-Station biete aber auch "Vorteile für die Außendarstellung der Stadt Hofheim", heißt es in der Stellungnahme des Magistrats weiter: Die aktuellen Temperaturvorhersagen für die Standorte der Mess-Stationen würden "mittels eines Laufbands am unteren Bildrand von TV-Sendungen präsentiert".

Besondere Erwähnung erhofft

Zudem fänden die Daten einzelner Wetterstationen "je nach Wetterlage in unregelmäßigen Abständen besondere Erwähnung". Die Langenhainer Wetterdaten würden von Meteomedia zudem im Internet veröffentlicht. Meteomedia werde außerdem für die Homepage der Stadt einen kostenlosen Wetter-Service liefern.

"Alle neuen Stationen werden zudem auf Wunsch vor Ort von einem der Moderatoren/Meteorologen eingeweiht", pries der Hofheimer Magistrat das Projekt in der jüngsten Sitzung des Langenhainer Ortsbeirats an.

Die Langenhainer Wetterstation ist allerdings nur eine von vielen: Etwa 720 betreiben Meteomedia und seine Partner selbst. Damit hat die Firma nach eigenen Angaben eines der größten Mess-Netze in Europa. Weltweit hat das Unternehmen Zugriff auf 14 000 Wetter-Stationen.

Volkssternwarte profitiert

Der Langenhainer Ortsbeirat wollte auch wissen, ob die geplante Mess-Station die Langenhainer Sternwarte beeinträchtigen könne. Dies sei nicht der Fall, so die Antwort aus dem Rathaus. Im Gegenteil: Die Betreiber der Sternwarte, die zum Marxheimer Volksbildungsverein gehört, begrüßten das Projekt "ausdrücklich". Denn die Wetterdaten seien "von großer Relevanz" für die Freizeit-Astronomen. Doch um selbst eine Mess-Station an der Sternwarte zu installieren, habe dem Verein das Geld gefehlt.

Vom Kreis war gestern nicht zu erfahren, warum er die Mess-Station mitbezahlt.

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