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Frankfurt / Main-Taunus Menger ist neuer Chef des FMT-Klinikverbunds

1. UpdateMartin Menger leitet künftig die drei Krankenhausstandorte Frankfurt-Höchst, Bad Soden und Hofheim. Der Klinikmanager ist in Hessen kein Unbekannter.

Klinik des Main-Taunus-Kreises
Die Krankenhäuser in Frankfurt-Höchst, Bad Soden und Hofheim haben einen neuen Klinikmanager. Foto: Peter Jülich

Der Wechsel an der Spitze der Kliniken Frankfurt-Main-Taunus (FMT) kommt nicht überraschend. Dass die beiden Geschäftsführer Dorothea Dreizehnter und Tobias Kaltenbach persönlich nicht besonders gut miteinander auskamen, war von Anfang an ein offenes Geheimnis. Und es hat wohl mit dazu beitragen, dass der Klinikverbund nicht wie geplant ins Laufen kommt. Martin Menger solle es nun richten, teilte der Aufsichtsrat am Montag mit. Einen Namen machte sich der Neue vor allem als erfolgreicher Sanierer privatisierter Krankenhäuser. An der Uniklinik Gießen-Marburg war er allerdings gescheitert; die bekam er nicht auf die vom Rhön-Konzern erwünschte Spur.

Gestartet war der Verbund FMT im Jahr 2016 vor allem mit einem Ziel: Die miteinander konkurrierenden kommunalen Kliniken sollten eine gemeinsame Unternehmenskultur und gemeinsame Strukturen entwickeln und spätestens 2021 als Konzern eine schwarze Null schreiben. Die Geschäftsführer der für die Fusion gegründeten Dachgesellschaft hatten eine Doppelfunktion: Dreizehnter war auch Geschäftsführerin des Krankenhauses Höchst, Kaltenbach Geschäftsführer der Main-Taunus-Kliniken. Beide sollten zusammenarbeiten und gleichzeitig ihre eigenen Unternehmen wirtschaftlich in Schuss halten. Eine Aufgabe, die sich in gewisser Weise widerspricht und praktisch auch nicht umgesetzt wurde. Nicht nur auf Verwaltungsebene sind viele Posten doppelt besetzt, auch das medizinische Angebot der Main-Taunus-Kliniken und des Höchster Krankenhauses läuft zum Teil zweigleisig.

So gibt es unter anderem sowohl in Bad Soden als auch in Höchst jeweils eine relativ kleine urologische Klinik. Die Main-Taunus-Kliniken eröffneten Mitte 2017 sogar ein neues Zentrum für Rückenleiden, in dem konservative Therapien mit modernsten chirurgischen Operationstechniken verzahnt werden. Im Höchster Klinikum soll man über das Pilotprojekt, das dem eigenen medizinischen Angebot Konkurrenz macht, alles andere als erfreut gewesen sein.
Nun hat der Aufsichtsrat der Dachgesellschaft die Reißleine gezogen und kurzfristig zum 15. Februar die Führungsspitze der FMT-Kliniken neu geordnet. Martin Menger wird Vorsitzender der Geschäftsführung und für alle drei Standorte zuständig. Die Geschäftsführung in Höchst behält Dorothea Dreizehnter, für die Main-Taunus-Kliniken hat diese Position der bisherige zweite Geschäftsführer Helmut Krechel inne. Der bisherige Sprecher der Geschäftsführung, Tobias Kaltenbach, verlässt das Unternehmen. Ob er eine Abfindung erhält, war am Dienstag nicht zu erfahren. Details würden noch geregelt, teilte ein Sprecher des Hofheimer Landratsamts auf Anfrage mit.

Mengers Aufgabe hat der Aufsichtsrat am Montag klar umrissen: Er soll für ein strategisches Zusammenwirken in der Geschäftsführung des Klinikverbunds sorgen, die Integration ebenso wie den Ausgleich der Interessen von Main-Taunus-Kreis und Frankfurt weiter vorantreiben. Der gemeinsame Nutzen müsse die entscheidende Richtschnur bilden, sagten Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker und Landrat Michael Cyriax (beide CDU).

Klinikmanager Menger ist in Hessen kein Unbekannter. Im April 2012 setzte ihn die Rhön-Aktiengesellschaft an der Uniklinik Gießen-Marburg ein. Zuvor hatte der 58-Jährige mehrere meist kommunale Kliniken in den Konzern überführt und erfolgreich konsolidiert. An der Uniklinik scheiterte er allerdings mit seinem rigiden Sparkurs, der auf Personalabbau setzte. Ende 2015 wurde Menger in die Konzernzentrale beordert, um „neue Aufgaben im Vorstand des Rhön-Konzerns“ wahrzunehmen. Im April 2017 ging er – Medienberichten zufolge nicht freiwillig.

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