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Fluglärm Flörsheim Ministerium prüft Eilantrag

Große Flugzeuge sollen nicht über die Stadt zur Nordwest-Landebahn fliegen, fordert Bürgermeister Antenbrink. Nun prüft das Verkehrsministerium, ob Wirbelschleppen die Dachschäden verursacht haben.

50 Ziegel hat eine Wirbelschleppe jüngst von einem Haus in der Plattstraße heruntergerissen. Foto: Privat

Das Hessische Verkehrsministerium ist offenbar nicht davon überzeugt, dass es einen Zusammenhang zwischen den Luftverwirbelungen landender Flugzeuge und der Häufung von Schäden an Hausdächern in der Einflugschneise in Flörsheim gibt. Allein der Umstand, dass die Fraport zahlreiche Schäden an Dächern behoben habe, sei kein Nachweis dafür, dass diese durch Wirbelschleppen verursacht wurden, teilte Ministeriumssprecher Marco Krause auf Anfrage der Frankfurter Rundschau mit. Die Regulierung sei auf Grund einer Nebenbestimmung des Planfeststellungsbeschlusses zum Bau der neuen Landebahn Nordwest erfolgt. In einem Eilantrag hatte Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) letzte Woche gefordert, schwere Flugzeuge nicht mehr über das Stadtgebiet landen zu lassen, weil die Kausalität von Wirbelschleppen für die Beschädigung von Dächern nachgewiesen sei.

Ehe über den Antrag entschieden werde, müsse der Sachverhalt aufgeklärt werden, sagte Krause. Das Ministerium prüfe derzeit, ob die in den vergangenen Monaten gemeldeten Schäden durch Wirbelschleppen landender Flugzeuge verursacht wurden und wenn ja, auf welche Flugzeugtypen sie zurückzuführen sind. Dabei müsse auch berücksichtigt werden, dass in Raunheim, das in nahezu gleicher Höhe überflogen werde wie Flörsheim, im entsprechenden Zeitraum aber keine vergleichbare Häufung von Schadensfällen aufgetreten sei.

Das Inspektionsprogramm der Fraport, bei dem rund 1000 Dächer in Flörsheim und Raunheim unter die Lupe genommen werden, könne zur Aufklärung beitragen, sagte Krause.

In Hattersheim hat unterdessen die Bürgerinitiative für Umweltschutz (BfU) Eddersheim gefordert, auch die Dächer in Eddersheim zu überprüfen. Der Stadtteil werde in nur 120 Metern überflogen. Teile der südwestlichen Gemarkung, Wohn- und Gewerbeflächen lägen damit ebenfalls im „Wirbelschleppenerwartungsgebiet“ der Nordwest-Landebahn, so BfU-Sprecher Frank Wolf.

Eine Protestkundgebung gegen Fluglärm gibt es am heutigen Freitag in Flörsheim. Sie beginnt um 18 Uhr in der Grünanlage an der Werner-von-Siemensstraße. Stadt, Bürgerinitiativen, Kirchengemeinden und die politischen Parteien rufen zur Teilnahme auf.

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