24. Februar 20178°C Frankfurt a. M.
Lade Inhalte...

Flughafen Frankfurt Wirbelschleppen Landestopp für Großflugzeuge

Die Politiker des Main-Taunus-Kreises warnen vor Lebensgefahr durch Wirbelschleppen und wollen nun keine großen Flieger mehr auf der Nordwestlandebahn. Flörsheims Bürgermeister dankt ihnen für die Solidarität.

08.05.2013 22:06
Unerwünscht im Main-Taunus-Kreis: eine Boeing 757. Foto: dpa

Große und schwere Maschinen sollen auf der Nordwestlandebahn nicht mehr aufsetzen, bis die Gefahr durch Wirbelschleppen beseitigt ist. Diese Forderung hat der Kreistag am Montagabend einstimmig an die Landesregierung gerichtet.

Der Landestopp soll für Flugzeuge der Kategorie „Heavy“ und die Boeing 757 gelten. Diese hat die Stadt Flörsheim laut Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD) als Verursacher der Vorfälle ausgemacht, bei denen in den vergangenen Wochen in der Mainstadt mehrfach Ziegel von Dächern gefegt worden waren. Beim schwersten Vorfall in der Plattstraße war es reines Glück, dass in der Nähe spielende Kinder nicht zu Schaden kamen.

Kritik an Gutachtern

Damit habe die Belastung Flörsheims durch die neue Landebahn „eine neue Dimension“ erreicht, sagte Peter Kuin (Grüne), der vor Ort wohnt. „Die Straße war übersät mit Trümmern“, schilderte Antenbrink. Flörsheims Rathauschef bedankte sich ausdrücklich für die Solidarität seiner Kreistags-Kollegen. Gleichzeitig warf er der Landesregierung vor, die Gefahr durch Wirbelschleppen im Planfeststellungsverfahren „nicht seriös“ behandelt zu haben.

Es sei schon verwunderlich, dass die Gutachter davon ausgegangen seien, so etwas könne nur einmal in Millionen Jahren passieren – während die Nachbarstadt Raunheim damals schon reihenweise Wirbelschleppen-Unfälle registriert habe. Auch Marcus Reif (CDU) kritisierte den Planfeststellungsbeschluss für die Landebahn. Dieser gehe „an der Realität vorbei“. Dirk Westedt (FDP) konstatierte, die Landesregierung habe „das Thema falsch eingeschätzt“.

Kein Wunder, monierte Beate Ullrich-Graf (Linke): „Die Luftfahrtwirtschaft genießt in Hessen offenbar Narrenfreiheit.“ Sie stellte den Antrag, die Stellungnahme des Kreistags zu verschärfen, indem die Landesregierung zum „sofortigen“ Handeln aufgefordert wird und die Wirbelschleppen-Vorfälle durch „ein unabhängiges Gutachten untersucht werden sollten. Doch nur die Grünen unterstützten sie dabei.

Für einige Aufregung sorgte während der Kreistagssitzung ein Gerücht, die Bauaufsicht des Kreises habe Flörsheimer Grundstückeigentümer aufgefordert, ihre Dächer auf eigene Kosten zu sichern. „Dem ist nicht so“, betonte Landrat Michael Cyriax (CDU). In dem Schreiben gehe es ausschließlich darum, Informationen darüber zu erhalten, inwieweit die Adressaten eine Einigung mit Fraport erzielt hätten. (twe.)

Zur Startseite

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Kontakt
  • Wir über uns
  • Impressum