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Flörsheim Zukunft des Marienkrankenhauses ungewiss

Ende des Monats schließt die Klinik in der Flörsheimer Hospitalstraße. Dann wird mit Investoren über die Nachnutzung der Gebäude verhandelt.

Krankenhaus in Flörsheim
Das Marienkrankenhaus in Flörsheim. Foto: Renate Hoyer

Zehn Tage noch – dann schließt das Flörsheimer Marienkrankenhaus für immer seine Pforten. Im Mai dieses Jahres hatte die Betreibergesellschaft, die Marienhaus Unternehmensgruppe aus Waldbreitbach, das Aus für das 95-Betten-Haus verkündet und dafür wirtschaftliche Gründe genannt. Das Marienkrankenhaus sei als eines der wenigen reinen Belegkrankenhäuser in Hessen strukturell benachteiligt, hatte Geschäftsführer Michael Osypka damals erläutert. Zudem vergüteten die Kostenträger die Leistungen in der konservativen Orthopädie nicht angemessen und wollten diese möglichst in den ambulanten Bereich verlagern. Weil ein wesentlicher Schwerpunkt im Marienkrankenhaus jedoch in der stationären Arbeit der orthopädischen Fachärzte liege, „geht dem Haus finanziell allmählich die Puste aus“.

Seit wenigen Tagen liegt nun der Schließungsbescheid des Landes auf dem Tisch; damit ist auch formal das Ende der Klinik in der Hospitalstraße besiegelt. Gearbeitet werden soll im Marienkrankenhaus bis zum letzten Tag. „Wir tun alles, um den Klinikbetrieb, so wie er nachgefragt wird, bis zum 30. September aufrechtzuerhalten“, versicherte Marienhaus-Sprecher Heribert Frieling im Gespräch mit der FR. Parallel dazu werde mit Hochdruck daran gearbeitet, für alle 109 Mitarbeiter – Pflegekräfte und Therapeuten – adäquate neue Jobs zu finden. Dies habe Geschäftsführer Osypka der Belegschaft im Mai versprochen. „Drauf liegt momentan unser Hauptaugenmerk“, sagt Frieling.

Ideen für ein Altenwohnheim

Erst nach der Schließung werde das Krankenhaus leergeräumt. Das Mobiliar werde teilweise an andere Klinikstandorte der Marienhausgruppe gebracht oder für soziale Zwecke gespendet. Auch mit Investoren und Projektentwicklern soll nach dem 30. September intensiv verhandelt werden. Einige sind in den letzten Monaten bereits bei dem kirchlichen Träger vorstellig geworden. Dem Vernehmen nach gibt es Ideen, aus dem Flörsheimer Marienkrankenhaus ein Altenheim zu machen, seniorengerechte Wohnungen darin einzurichten oder ein generationenübergreifendes Wohnprojekt zu initiieren.

Der Marienhaus GmbH schwebt in jedem Fall ein sozialer Zweck für die weitere Nutzung des Gebäudekomplexes aus den 1950er und 1970er Jahren vor. Umso mehr als bereits die Arztpraxen und Physiotherapeuten, die sich im Marienkrankenhaus eingemietet haben, sowie das Sanitätshaus bleiben wollen.

„Wir hoffen auf eine gute Lösung, und werden alles daransetzen, im Sinne der Bevölkerung das Beste aus dem Standort zu machen“, sagt Frieling und lässt durchblicken, dass man auch bemüht ist, im Einvernehmen mit der Stadt zu agieren. Das ist insofern von Bedeutung, als sich das Gelände in der Hospitalstraße, auf dem das Klinikgebäude steht, in städtischem Besitz befindet und dem Träger einst nur zu dem Zweck überlassen wurde, ein Krankenhaus zu betreiben. Nach der Schließung des Marienkrankenhauses könnte das Grundstück demnach wieder an die Stadt zurückfallen.

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