Lade Inhalte...

Flörsheim Sanierung der Rhein-Main-Deponie wird teurer

Jeweils bis zu 35,5 Millionen Euro sollen der Main-Taunus- und der Hochtaunuskreis als Gesellschafter der Rhein-Main-Deponie zuschießen, um das Defizit des Abfallunternehmens zu decken.

Bis zu 35,5 Millionen Euro sollen sowohl der Main-Taunus- als auch der Hochtaunuskreis zuschießen, um die finanziell angeschlagene Rhein-Main-Deponiegesellschaft (RMD) zu sanieren. Das teilte Main-Taunus-Landrat Michael Cyriax (CDU) jetzt mit. Die Kosten, die die Kreise als Gesellschafter der RMD übernehmen sollen, sind damit um einiges höher als im März dieses Jahres angekündigt. Damals hatte Deponie-Geschäftsführer Mathias Bausback von mehr als 100 Millionen Euro gesprochen, die der Rhein-Main-Deponie in den kommenden zehn Jahre fehlen würden. 75 Millionen wollte die Gruppe über ein Sanierungsprogramm selbst erwirtschaften, den Rest sollten die beiden Landkreise zuschießen.

Nun sind es offenbar mehr als 70 Millionen Euro, die von den Landkreisen gebraucht werden, um die Unternehmensgruppe zukunftsfähig zu machen. Die Höhe des Betrages richte sich danach, wie viel Geld über Banken aufgebracht werden könnte, heißt es in einer Pressemitteilung des Main-Taunus-Kreises. Die beiden Parlamente haben nicht viel Zeit, um über die Finanzspritze in zweistelliger Millionenhöhe zu beraten. Bereits am 10. September soll der Main-Taunus-Kreistag dazu eine Entscheidung treffen, eine Woche später, am 17. September, sind die Kreistagsabgeordneten des Hochtaunus an der Reihe. Bis dahin wird das Sanierungsgutachten in den Gremien beraten. Ende kommender Woche will es der im Juni eingesetzte neue Sprecher der RMD-Geschäftsführung, Heino von Winning, der Öffentlichkeit vorstellen.

Wie bereits vor einiger Zeit bekannt wurde, gehören zu den Sanierungsmaßnahmen der Verkauf von nicht benötigten Immobilien der RMD-Gruppe, Preiserhöhungen sowie die Optimierung von technischen Anlagen. Im März hatte RMD-Geschäftsführer Mathias Bausback außerdem angekündigt, dass 40 Prozent der 160 Arbeitsplätze wegfallen.

Zur RMD-Unternehmensgruppe gehören neben der Rhein-Main Deponie GmbH die Main-Taunus-Recycling GmbH (MTR) und die Rhein-Main Deponie-nachsorge GmbH (RMN). Sie betreiben die Deponien in Flörsheim-Wicker (Main-Taunus-Kreis) und Brandholz (Hochtaunuskreis). Außerdem wird Strom aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen.

Die finanzielle Schieflage der kreiseigenen Deponiegesellschaft war im vergangenen Herbst bekannt geworden. Als Gründe wurden Niedrigzinsen bei den für die Deponienachsorge gebildeten Rücklagen, eine längere gesetzliche Nachsorgepflicht bis 2075 und Erlösrückgänge beim Verfüllen der Deponien in Wicker und Brandholz genannt. Die Landkreise mussten noch im Dezember kurzfristig eine Patronatserklärung über jeweils 13 Millionen Euro abgeben, damit die Gesellschaft weiterarbeiten konnte.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen