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Flörsheim Kein Geld für die Kultur

Der Haushalt 2018 ist noch nicht genehmigt. Deswegen stellt die Stadt freiwillige Leistungen für Vereine und Kultureinrichtungen ein. Die Kerb findet aber statt

Das städtische Kulturprogramm kann im zweiten Halbjahr wegen der vorläufigen Haushaltsführung nicht mehr finanziert werden. „Bis zur Genehmigung des Haushalts für das Jahr 2018 ist es uns rechtlich nicht möglich, ein Kulturprogramm für das zweite Halbjahr vorzubereiten und umzusetzen“, sagt der Kämmerer, Erster Stadtrat Sven Heß (GALF). Auch Vereine bekommen derzeit kein Förderung. Grund: Der aktuelle Haushalt ist vom Landrat des Main-Taunus-Kreises noch nicht genehmigt worden. Die Genehmigung sei nicht vor Ende September zu erwarten, teilte Heß mit.

Bis auf weiteres wird es also kein Comedy- und Kabarettprogramm, keinen Poetry-Slam, kein Weinseminar und keine Konzerte im Flörsheimer Keller geben. Im Kunstforum Mainturm sind keine Ausstellungen mehr zu sehen. Gestrichen sind weiterhin die Programme für die Generation 55plus sowie für Kinder. Nicht betroffen ist allerdings die Flörsheimer Kerb. Die 3500 Euro, die dafür benötigt werden, will der Kämmerer mittels Spenden aufbringen. Bei der Weilbacher Kerb tritt der Verein in Vorlage, auch sie wird stattfinden.

„Von Verwaltungsseite bedauern wir diesen Umstand, haben aber durch die außerordentliche Lage im städtischen Haushalt derzeit keine andere Handhabe“, bilanziert Heß. Grund für die fehlende Genehmigung ist die Tatsache, dass der Haushalt 2016 dem Landrat noch nicht vorliegt. In den vergangenen dreieinhalb Jahren habe die Finanzverwaltung neun Jahresabschlüsse erstellen müssen. Aus diesem Grund sei man mit dem Abschluss 2016 ins Hintertreffen geraten. Laut Heß soll der Haushalt 2016 jedoch am 28. August dem Magistrat vorliegen, den Haushalt 2017 plane man ebenfalls in diesem Jahr abzuschließen.

Kritik von Vereinen und Kultureinrichtungen hat Heß nach eigenen Angaben noch nicht erreicht. Dabei gibt der Kämmerer zu bedenken, dass ohne eine spürbare Verbesserung der kommunalen Einnahmesituation auch für das Haushaltsjahr 2019 keine Änderung dieses Zustandes zu erwarten sei. Dann sorgten die neue Kita in der Hauptstraße und der Mehrgenerationentreff für zusätzliche Kosten, zudem stehe eventuell eine Gewerbesteuer-Rückzahlung an. Heß sieht eine Million Euro Deckungsbedarf.

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