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Eschborn Zankapfel Notfallzentrum

Eine Bürgerinitiative hat die Diskussion über den Standort des geplanten Notfallzentrums neu entfacht. Stadt, Feuerwehr und ASB wollen jedoch am Plan festhalten. Richten soll es nun Gemeindebund-Direktor Karl-Christian Schelzke als Mediator.

Vertreter der BI überreichen Bürgermeister Speckhardt (rechts) ihre Unterschriftenliste. Foto: Michael Schick

Die Situation ist extrem verzwickt: Da verspricht die Stadt der Freiwilligen Feuerwehr und dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) schon seit Jahren ein nagelneues gemeinsames Notfallzentrum mit allem Drum und Dran, um die unhaltbaren Zustände an der Unterortstraße zu beenden. Eine breite Mehrheit im Parlament legt sich auf einen Standort zwischen der Landesstraße nach Steinbach und der Oberurseler Straße fest und startet 2011 das Bebauungsplanverfahren.

Davon fühlen sich die Anwohner rund um das betreffende Areal jedoch völlig überrumpelt und schließen sich zu einer Bürgerinitiative zusammen. „Wir wollen einen Stopp der Planung“, fordert Peter Allerchen von der BI. „Und eine offene Diskussion über einen Alternativ-Standort.“ Um das zu untermauern haben sie Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) 470 Unterschriften übergeben, die sie binnen zweier Wochen gesammelt hatten. Vertreter von Feuerwehr und ASB hingegen betonen ihrerseits: „Wir stehen voll hinter dem Standort.“

Mediator soll helfen

Was tun? Die Stadt hat nun einen Bürgerdialog gestartet, um mit öffentlichen Treffen und einer Internet-Diskussion eine Lösung zu finden. Allerdings kündigte die für die Organisation zuständige Sabine Dalianis schon zu Beginn der ersten Veranstaltung am Montagabend im proppenvollen Sitzungssaal des Rathauses an: Die Standort-Entscheidung könne nicht neu aufgerollt werden. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem Direktor des Städte- und Gemeindebunds Karl-Christian Schelzke, der als Mediator aus den gegensätzlichen Interessen einen Kompromiss schmieden soll. Keine leichte Aufgabe. „Das wird eine Abwägungsfrage“, kündigte er denn auch vorsorglich an.

Die Anwohner im Wohngebiet „Krautgärten“ fürchten vor allem den Lärm der Martinshörner und eine Gefahr für die Kinder, die in der Nähe der neuen Feuerwache mehrere Kitas sowie die Hartmut- und die Heinrich-von-Kleist-Schule besuchen. Das sei in den zahlreichen Gutachten, die von der Stadt in Auftrag gegeben worden waren, nicht ausreichend berücksichtigt worden. Ein Anwohner aus der Unterortstraße hielt allerdings dagegen: „Sind unsere Kinder weniger wert?“

Manfred Guder vom BUND kritisierte wiederum den Flächenverbrauch durch die Bebauung des 22000 Quadratmeter großen Areals an der Oberurseler Straße, das derzeit als Acker genutzt wird. Sein Vorschlag: Ein großes Feuerwehrhaus auf dem heutigen Standort errichten und für den ASB woanders etwas suchen.

Dagegen betonte Feuerwehrdezernent Karlheinz Gritsch (CDU) die Vorteile eines gemeinsamen Domizils. So könnten etwa Waschhalle, Haustechnik oder Schulungsräume von beiden Organisationen genutzt werden. Außerdem hob der ASB-Vorsitzende Rolf Beck die Vorteile gemeinsamer Einsatzbesprechungen hervor.

Der Bürgerdialog wird im Internet fortgesetzt: www.buergerdialog-eschborn.de. Argumente der BI auf www.standort-notfallzentrum.de.

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