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Eschborn Rückwärts zum neuen Rekord

Hassan Kurt läuft rückwärts - am Wochenende will er die 100-Kilometer-Marke überbieten und dabei krebskranken Kindern helfen.

Kurt Hassan
Kurt Hassan ist Rückwärtsläufer. Am Wochenende will er einen neuen Weltrekord aufstellen. Foto: Michael Schick

Vor zwei Jahren ist er schon einmal die 100 Kilometer gelaufen – rückwärts wohlgemerkt und nicht vorwärts, so wie die meisten Sportler das tun. Hassan Kurt, Deutschlands bester „Reverse Runner“, hat damit 2016 einen Weltrekord auf der blauen Tartanbahn des Sportplatzes in Niederhöchstadt aufgestellt. Jetzt will der gebürtige Kurde, der seit den 1980er Jahren in Eschborn wohnt, dies wieder tun. „Ich will meinen eigenen Rekord knacken, mehr als 100 Kilometer laufen und das in 17 Stunden“, erklärte Kurt jüngst vor Journalisten. Laufen wird er von Samstag, 23. Juni, 18 Uhr, bis Sonntag, 24. Juni, gegen 11 Uhr.

Dabei hat der 48-Jährige nicht nur ein sportliches Ziel vor Augen. Er will auch Gutes für andere tun. Für jede gelaufene Runde möchte er Spenden zugunsten des Vereins „Hilfe für krebskranke Kinder Frankfurt“ sammeln. Insgesamt 250 Runden gilt es zu absolvieren, in vier Blöcken will Hassan Kurt laufen, dazwischen will er drei Pausen von jeweils nur sieben Minuten einlegen.

Warum er überhaupt zum Rückwärtsläufer wurde, erklärt der Eschborner so: Sein damaliger Trainer Wolfram Wendt habe ihm vor vielen Jahren empfohlen, als Ausgleich rückwärts zu laufen. „Dabei werden andere Muskeln beansprucht, und man verletzt sich deutlich weniger.“ Dazu komme ein psychischer Aspekt: „Wer gewohnte Wege verlässt und sich ganz neu orientiert, findet Vertrauen zu sich selbst, kann sich neu entdecken“, beschreibt Kurt seine Motivation. Er schlägt damit den Bogen zum Verein „Hilfe für krebskranke Kinder“, dem die Spenden zugute kommen, die beim Weltrekordversuch Ende Juni gesammelt werden. 

„Für eine solche Leistung braucht es große Überzeugung und Begeisterung aber auch Selbstdisziplin und den Mut, die Dinge auch mal anders anzugehen als alle anderen“, sagt Uwe Menger, Vorstandsmitglied des Frankfurter Vereins. „Genau diese Werte verbinden Hassan Kurt mit unserer Stiftung und dem Verein.“ Auch krebskranke Menschen bräuchten einen unbändigen Willen, um mit immer wieder auftretenden temporären Rückschlägen zurechtzukommen.

Kurt kennt viele von ihnen. „Als Taxifahrer begegnen mir täglich krebskranke Kinder und Erwachsene. Ich freue mich, wenn ich ihnen helfen kann.“ Mit dem Laufen angefangen hat er 2002. Seinen ersten Marathon – damals noch vorwärts – absolvierte er 2009. Zwei Jahre später stellte er mit fünf Marathons binnen 29 Tagen, alle unter vier Stunden, einen ersten Rekord auf. 2013 startete er erstmals als Rückwärtsläufer beim Frankfurt-Marathon. „Ich habe dafür viel trainieren müssen“, erzählt er. „Es war eine Sisyphosarbeit.“

2017 lief Hassan Kurt den Eschathlon, einen Marathon in Eschborn, den er selbst mit initiiert hat. Zur Vorbereitung auf seinen neuen Weltrekordversuch hat er an fünf Marathons – in Köln, München, Amsterdam, Dresden und Frankfurt – teilgenommen. 

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