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Eschborn Die Kampfsport-Familie

Der 17-jährige Louis Markus aus Niederhöchstadt hat bei der jüngsten Kickbox-WM in Schottland die Goldmedaille erkämpft. Kein Wunder: Auch seine Eltern sind hochdekorierte Kampfsportler.

28.12.2010 17:54
Gesa Fritz
Konzentriert und bereit zur Attacke: Louis Markus. Foto: Rolf Oeser

Wer es auf eine körperliche Auseinandersetzung mit Louis Markus anlegt, sollte sich warm anziehen. Der 17-Jährige aus Niederhöchstadt hat bei der Weltmeisterschaft 2010 der World Karate and Kickboxing Association (WKA) eine Gold-, eine Silber- und eine Bronzemedaille gewonnen. Seine Paradedisziplin ist das Kickboxen, gezielte Tritte gegen Brust oder Kopf sind seine Spezialität.

Louis konnte eigentlich gar nicht anders – er musste einfach ein erfolgreicher Kampfsportler werden. Das entsprechende Gen scheint in der Familie zu liegen. Seine Mutter Yasmin Markus war bereits Taek-Won-Do-Europameisterin, der Vater Hans Gruler hat sich einen Taek-Won-Do-Weltmeistertitel erkämpft.

Mit der koreanischen Kampfsportart hat Louis im Alter von sieben Jahren angefangen. Sein Taek-Won-Do-Trainer bei der TuRa Niederhöchstadt war und ist sein Vater. Schnell fuhr der Junge Erfolge ein. Mit zehn Jahren gewann er zum ersten Mal die Deutschen Meisterschaften, bis heute hat er den Titel fünfmal geholt. Auch dass er Weltmeister werden will, hat er schon früh klar definiert: In der vierten Klasse hielt er den Titelgewinn als Ziel auf einem Steckbrief fest. Vor drei Jahren hat er sich dann auf das Kickboxen spezialisiert.

Mindestens dreimal pro Woche trainiert der Abiturient gezielte Tritte und Schläge auf die Körperteile oberhalb der Gürtellinie in der Niederhöchstädter Turnhalle. Zusätzlich steht Fitnesstraining auf dem Programm. Der Reiz der Sportart liegt für Louis in der absoluten Körperbeherrschung. Aber auch Disziplin und Respekt sind für ihn hehre Werte.

Bei der WKA-WM in Schottland kämpfte er gemeinsam mit fast 1700 Kickboxern aus rund 20 Nationen um die Titel. Zwei Minuten haben die Kontrahenten Zeit, ihre Überlegenheit gegenüber dem Gegner zu demonstrieren.

„Das Adrenalin geht hoch, Schmerzen spürt man erst später“, sagt Louis. Verletzt habe er sich erst einmal. Bei den deutschen WKA-Meisterschaften im Sommer brach bei einem der Kämpfe ein Knochen im Fuß. Weitergekämpft hat er trotzdem – und auch den Titel geholt.

Nachdem Louis bei der WM in Schottland die Silbermedaille in der Einzel- und die Goldmedaille in der Teamdisziplin seiner Altersgruppe gewonnen hatte, entschied der Bundestrainer der Herrenmannschaft, den 17-Jährigen auch bei den Erwachsenen antreten zu lassen. Hier errang er mit dem Team Bronze. Außerdem, sagt Louis, habe sich auch ein Talent-Scout des hessischen Kaders für ihn interessiert.

Erst einmal aber steht für den Schüler das Abitur im Mittelpunkt. Danach will er am liebsten den Sport mit dem Beruf verknüpfen. Ausbilder bei einem Einsatzkommando der Polizei wäre für Louis ein Traumberuf.

Aber vielleicht studiert er auch einfach Wirtschaftswissenschaften.

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