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Eppsteiner Tunnel Der neue Tunnel ist fertig

Das Jahrhundertprojekt der Deutschen Bahn hat 30 Millionen Euro gekostet.

02.04.2013 21:34
Jöran Harders
Am Bahnhof wird auch nach der Tunneleröffnung weitergebaut.

Vielleicht wird es manch einem Pendler, der am heutigen Dienstagmorgen mit der S-Bahn oder einem Regionalzug zwischen Niedernhausen und dem Eppsteiner Bahnhof unterwegs war, noch nicht einmal aufgefallen sein, dass die Deutsche Bahn (DB) auf dieser Strecke am Osterwochenende ein Jahrhundertprojekt zum Abschluss gebracht hat.

Um 4.33 Uhr fuhr ? zumindest wenn die Arbeiten planmäßig fertig geworden sind ? die erste Bahn der Linie S2 von Niedernhausen nach Frankfurt durch den neuen Eppsteiner Tunnel, der in den Fels gesprengt wurde und der ein 135 Jahre altes Tunnelbauwerk ersetzt.

Der Neubau war nach Angaben der DB notwendig geworden, weil die Substanz des alten Tunnels im Lauf der Zeit marode geworden ist ? unter anderem sei immer mehr Wasser hineingesickert. Zudem entspricht der alte Tunnel nicht den aktuellen Vorgaben; die Gleise liegen 50 Zentimeter zu dicht beieinander. Durch den neuen Tunnel, der mit 339 Metern fast eineinhalb Mal so lang wie sein Vorgänger ist, wurde zudem eine Verlegung der Bahnsteige möglich. Diese lagen bisher ungünstig in einer Kurve, jetzt halten die Züge etwas näher am Tunnel auf einem geraden Gleisabschnitt. Ende 2010 hatte die Bahn mit den Tunnelbauarbeiten begonnen; ab Januar 2011 war die neue Röhre mit zwei bis drei Sprengungen pro Tag kontinuierlich vorangetrieben worden.

Bauarbeiten am Eppsteiner Bahnhof

Im Zuge des Tunnelbaus sind 1,4 Kilometer Bahnstrecke neu verlegt worden. Außerdem wurden zwei neue Eisenbahnüberführungen gebaut, die eine über den Daisbach, die andere über einen Feldweg. Nach dem Tunneldurchbruch im Mai 2011 wurde die Tunnelsohle ausgehoben und bis Mitte 2012 der Rohbau des Tunnels und die Tunnelportale fertiggestellt, anschließend erfolgte der Einbau von Gleisen, Oberleitungen und Signalen.

Insgesamt sind im neuen Tunnel nach Mitteilung der Bahn 7000 Kubikmeter Beton verbaut und 16.740 Meter Leitungen verlegt worden. Gekostet hat das Bauprojekt 30 Millionen Euro.

Rund um die Uhr waren an den Osterfeiertagen 70 Personen auf der Baustelle im Einsatz. „Wir haben alle Arbeiten so geplant und organisiert, dass Beeinträchtigungen durch Baulärm zeitlich minimiert wurden“, sagte der zuständige Projektleiter der DB Projektbau, Harald Joos. „So weit wie möglich“ solle nun der alte Tunnel mit den 15.000 Kubikmetern des Ausbruchgesteins aufgefüllt werden. Der verbleibende Hohlraum unter der Tunneldecke könne so künftig Fledermäusen als Höhle dienen.

Am Eppsteiner Bahnhof wird nach der Fertigstellung des Tunnels fleißig weitergebaut. Als Nächstes soll der Bahnhofsvorplatz neu gestaltet werden. Geplant ist, dass Busse in Zukunft direkt an das Bahnhofsgebäude heranfahren können. Zum Portal des alten Tunnels, das erhalten werden soll, wird eine Allee führen, die dem früheren Verlauf der Schienen folgt.

Auf dem Vorplatz wird es eine elektronische Anzeigentafel, Fahrradboxen, Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes sowie Stellplätze für Motorräder und Autos geben.

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