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Eppstein Ja-Wort in der Burgvilla

Mit dem Gewölbekeller der Burgvilla gibt es in Eppstein einen zusätzlichen Ort fürs standesamtliche Heiraten. Mit Sektempfang, Livemusik und Bewirtung lässt sich das Ganze modulartig ausbauen.

Wohlfühl-Gewölbe für Hochzeitspaare: Eppsteins Burgvilla. Foto: Rolf Oeser

Ab nächstem Sommer finden Heiratswillige nicht nur in der Eppsteiner Burg sondern auch im Gewölbekeller der Burgvilla ein stimmungsvolles Ambiente vor, um sich trauen zu lassen. Die im Standesamtsbezirk Kelheim vereinten Kommunen Eppstein, Kelkheim und Liederbach verbessern so ihre Position im Wettbewerb der Locations für standesamtliche Trauungen.

Wer die Burgvilla am Rödelbergweg 1 betritt, hat – wie meist in Eppstein – einen steilen Aufstieg hinter sich. Er steht dann vor einer hundertjährigen Villa, die aus kantigem Schiefer grob gemauert ist – wie eine Burg eben. Man betritt einen dunkel getäfelten Raum mit Kassettendecke, Stofftapete und einer Bar mit metallverkleidetem Holztresen. Kurz darauf steht man unter einem gedrungenen Gewölbe, ein paar Geweihe an den Wänden, bequem gepolsterte Stühle. Unter dem Bogen mit dem Tisch für Brautpaar und Standesbeamtin stellten gestern die Bürgermeister von Eppstein und Kelkheim, Alexander Simon (CDU) und Albrecht Kündiger (UKW), zusammen mit Eigentümerin Claudia Piontke den neuen Ort für stilvolles Heiraten vor.

Piontke schrieb einst im Wochenmagazin Focus über Wirtschaftsthemen. Später beriet sie Firmen in der Öffentlichkeitsarbeit. Als Nachbarin erfuhr sie frühzeitig, dass die Villa verkauft wird. „Wir haben nicht lange überlegt“, berichtet sie. „Das mussten wir einfach haben.“ Das „wir“ meint: sie und ihr Mann.

In anderthalbjähriger Bauzeit haben sie die Burgvilla zu einer Eventlocation umgestaltet. Im Internet bietet sich diese für den „runden Geburtstag, eine Hochzeitsfeier, ein Strategiewochenende für die Führungsmannschaft eines Unternehmens oder eine Investorenkonferenz“ an.

Gesetz will würdigen Rahmen

Das Haus wurde 1908 erbaut. Architekt Franz Burkhard, der sich um die Rettung der Eppsteiner Burg verdient gemacht hatte, errichtete die kleine Festung für seinen Freund, den Frankfurter Teppichhändler Max Bauer.

Piontke hatte voriges Jahr die Idee zu dem zusätzlichen Trauzimmer und hat nun die Bürgermeister dafür gewonnen. Wer in der Burgvilla heiratet, zahlt zur Standesamtsgebühr noch 250 bis 300 Euro Miete für den Gewölberaum. Mit Sektempfang, Livemusik und Bewirtung lässt sich das Ganze modulartig ausbauen.

Das Gesetz schreibe „einen würdigen Rahmen“ für die standesamtliche Trauung vor, erklärte Alexander Simon, der selbst erst vor vier Monaten im nüchternen Kelkheimer Rathaus geheiratet hat. Deshalb könne auch nicht jeder Gastwirt seinen Nebenraum als Trauzimmer vermarkten.

Dank der Burgvilla könnte sich der Standesamtsbezirk künftig aber wohl besser vermarkten. Trotz attraktiver Trauorte, zu denen auch der Rettershof gehört, werden innerhalb der drei Gemeinden jährlich nur etwa 120 Ehen geschlossen. Noch einmal etwa ebenso viele Brautpaare aus dem Bereich heiraten außerhalb.

Wer sich mit dem Gedanken ans Heiraten trägt und noch bis Sommer warten kann, sollte sich diese Termine merken: Erste Trauungen in der Burgvilla soll es an den Freitagen, 17. Juni und 15. Juli 2016, geben – bis zu vier am Tag.

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