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Eppstein Initiative für Windräder

Ein Niederjosbacher Ehepaar sammelt Unterschriften für den Bau von Windkraftanlagen auf dem Judenkopf. Dafür müssen sie sich als „Spinner“ beschimpfen lassen.

Erneuerbare Energien
Ein Ehepaar aus Niederjosbach engagiert sich für Windkraft-Anlagen (Symbolbild). Foto: imago

Als Steffen Dittmar mit seinen beiden Kindern, 10 und sechs Jahre alt, loszog, um Handzettel zu verteilen, die für die Online-Petition „Rückenwind für Eppstein“ werben, traf er nicht nur auf Wohlwollen. „Wir sind immer wieder als ,Spinner‘ beschimpft worden“, erinnert sich der Niederjosbacher. Viele Eppsteiner seien offenbar dagegen, dass Windräder auf dem Judenkopf aufgestellt werden.

Steffen Dittmar und seine Frau Heidi können sich Windräder an dieser Stelle hingegen durchaus vorstellen. „Sofern geprüft wurde, ob die Anlagen mit dem Naturschutz vereinbar sind und auch alle übrigen Kriterien erfüllt sind“, sagt der 39-Jährige. Genau das bezweifeln zurzeit allerdings viele Eppsteiner. Fast 2000 Unterschriften sammelte die Bürgerinitiative Pro Eppstein vor wenigen Wochen gegen die im Teilplan erneuerbare Energien des regionalen Flächennutzungsplanes ausgewiesene Windvorrangfläche 3003 auf dem Judenkopf. Das Gelände zwischen Bremthal, Wildsachsen, Lorsbach und Langenhain grenze an ein Schutzgebiet Natura 2000, außerdem würden historischen Blickachsen zerstört, argumentiert die BI.

Burgverein und Verschönerungsverein schlossen sich mit negativen Stellungnahmen an. Die Stadtverordneten hatten sich bereits im Juni mehrheitlich gegen Windräder auf dem Judenkopf ausgesprochen. Die Unterschriftenliste übergaben Vertreter von Pro Eppstein und Bürgermeister Alexander Simon (CDU) jüngst an den Beigeordneten des Regionalverbandes Frankfurt Rhein-Main, Thomas Horn (CDU).

Während die BI und der Verwaltungschef betonen, sie seien nicht generell gegen Windkraft, sondern lediglich gegen Windräder an besagter Stelle, findet das Ehepaar Dittmar, „dass das Thema viel zu emotional behandelt wird“. Eine sachliche Diskussion sei kaum möglich. Dabei sei es doch wichtig, alternative Energieformen zu finden. „Da muss jeder seinen Beitrag leisten“, sagt Steffen Dittmar.

Die SPD unterstützt laut ihrem Fraktionschef Julian Weinfortner die Petition „Rückenwind“, auch die Grünen werben dafür auf ihrer Internetseite. Bislang haben 173 Personen unterschrieben. Die Frist läuft bis 4. September. Dann wollen Steffen und Heidi Dittmar die Unterschriftenliste an Bürgermeister Simon über geben.

Infos: www.openpetition.de

 

Infos: www.openpetition.de

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