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Eppenhain Der neue Atzelbergturm

Am Wochenende wurde der neue Atzelbergturm offiziell eröffnet. Vor vier Jahren war der hölzerne Aussichtsturm durch einen Brandstifter völlig zerstört worden. Wegen Schwierigkeiten mit der Finanzierung dauerte der Wiederaufbau vier Jahre.

Eröffnung: Endlich hat Eppenhain wieder seinen Turm. Foto: Martin Weis

Am Ende ist alles gut. Die ersten offiziellen Besteiger des neu errichteten Atzelbergturms in Eppenhain haben am Wochenende eine ganz besonders schöne Aussicht genossen. Der Taunus zeigte sich in seinem herbstlichen Kleid und war bedeckt von einer ersten Schicht Schnee. Zur Krönung erleuchtete die Sonne das Farbenspiel.

Ein schöner Trost für alle, die für den hölzernen Turm gekämpft haben. Vier Jahre hat es nun gedauert, bis der Aussichtspunkt und das Wahrzeichen der Gemeinde nach einem Brand wieder aufgebaut wurde. Die Finanzierung war lange ein Problem. Eine Turmkommission wurde gebildet, deren Mitglieder informierten sich, sahen andere Türme an, formten ein Konzept und schrieben den Bau aus: „Elf Firmen haben wir angeschrieben“, erinnert sich Bürgermeister Thomas Horn, „und nur vier haben ein Angebot geliefert.“ Aussichtstürme waren offensichtlich nicht sehr beliebt und die Angebote sprengten jeden Kostenrahmen, so Horn: „450.000 Euro wollten die haben.“ Die Versicherung wollte nur 180.000 zahlen. Dann brachte die Kommission den Netzanbieter Vodafone ins Spiel. „Die hätten den Turm finanziert, aber nur mit einer Mobilfunkantenne obendrauf“, so Horn. Die Eppenhainer wehrten sich: „So hätten wir den Turm schon längst eröffnen können“, sagt Horn. Es folgten lange Streits und kontroverse Debatten auch im Kelkheimer Stadtparlament: „Es gab Stimmen, die gar keinen Turm mehr wollten“, so Horn.

Doch nun steht er wieder, ganz ohne Antenne, nur Blitzableiter ragen von seinem Dach empor. Es ist bereits der dritte Turm, der erste wurde 1914 als Luisenturm gebaut, der zweite von 1980 war der erste Atzelbergturm. Der neue ist 30,39 Meter hoch, aus Kiefernholz, mit 151 Stufen und er ist der höchste öffentlich zugängliche Punkt im Main-Taunus-Kreis auf 533 Metern.

Am Ende hat plötzlich alles geklappt, die Firma Ploner Holzbau kam mit ihrem Angebot der Stadt entgegen, die Versicherung bewegte sich und der Kelkheimer Kurt Schmitt spendete 80.000 Euro aus eigener Tasche. Für 330.000 Euro konnte der neue Atzelbergturm errichtet werden, zur Zufriedenheit aller.

Und nach all dem Hin und Her steigt bei der Eröffnung auch der Bürgermeister den Turm hinauf und atmet oben einmal tief durch.

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