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E-Shelter in Hessen Daten-Campus für 350 Millionen Euro

Der Rechenzentrumsbetreiber E-Shelter expandiert in der Region. Der neue Standort in Hattersheim soll 2019 eröffnet werden .

E-Shelter
Hochsicherheitstrakt: Das E-Shelter-Rechenzentrum Frankfurt 1 in Rödelheim. Foto: e-shelter

Frankfurt 4 steht auf der Europakarte, die gestern im Hessensaal des Hattersheimer Posthofes hängt. Der international tätige Rechenzentrumsbetreiber E-Shelter hat darauf seine Standorte markiert. Hamburg, Berlin, München, Wien und Zürich zählen dazu. Und Frankfurt mit dem großen Rechenzentren in Rödelheim und einem kleinen in der Hanauer Landstraße, einem Daten-Campus in Rüsselsheim, der Frankfurt 3 heißt und dem geplanten neuen Standort im Hattersheimer Gewerbegebiet Südlich der Voltastraße.

Sein Name: Frankfurt 4. Nur wenige hundert Meter Luftlinie von der Frankfurter Stadtgrenze entfernt hat E-Shelter ein 60 000 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Der Kaufvertrag wurde gestern von Firmengründer und Geschäftsführer Rupprecht Rittweger und dem Hattersheimer Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) unterschrieben.

350 Millionen Euro werde sein Unternehmen in den neuen Standort investieren, kündigte Rittweger an. Geplant seien fünf Bauteile, die schrittweise errichtet werden. Eröffnung für das erste Rechenzentrumsgebäude mit 9,7 Megawatt Stromleistung soll bereits Anfang 2019 sein. Im Endausbau kann das neue Rechenzentrum in Hattersheim bis zu 60 Megawatt Stromleistung für Kunden auf einer Fläche von 24000 Quadratmeter zur Verfügung stellen. Auch Büros und Konferenzräume soll es geben.

250 der 400 Mitarbeiter, die E-Shelter im Großraum Frankfurt beschäftigt, werden künftig in Hattersheim arbeiten, die Stadt am Main wird damit zum Hauptstandort des Unternehmens. Auch seine Firmenzentrale will E-Shelter von Eschborn dorthin verlegen.

Auch die Firmenzentrale zieht nach Hattersheim

Warum gerade Hattersheim? Dafür gibt es mehrere Gründe. Die Stadt liege strategisch gut zwischen den bisherigen E-Shelter-Standorten in Frankfurt und Rüsselsheim, nah an der Autobahn und am Frankfurter Flughafen, sagte Rittweger. Am Ende war es aber auch ein glücklicher Zufall, der der 28 000 Einwohner-Kommune im Main-Taunus-Kreis, die vor drei Jahren wegen Finanznot unter den Rettungsschirm des Landes Hessen gehen musste, den „dicken Fisch“ bescherte. „Wo immer wir sonst nachgefragt haben, keine Stadt oder Gemeinde hatte eine so große Fläche zur Verfügung. Alle haben abgewunken“, berichtete Stefan Söhngen, der E-Shelter bei der Suche nach einem neuen Standort im Rhein-Main-Gebiet beraten hat.

Im Hattersheimer Rathaus war man hingegen sofort von dem Projekt überzeugt. „Wir machen das möglich“, versprach der damals neu gewählte Bürgermeister Klaus Schindling Ende 2016 den Rechenzentrumsbetreibern und setzte fortan mit Wirtschaftsförderer Alexander Schwarz, Juristen und der Hessischen Landgesellschaft alles daran, dass der Grundstücksverkauf über die Bühne gehen konnte.

Gestern sprach Klaus Schindling von einem „Meilenstein in der Geschichte unserer Stadt“. Die Ansiedlung des E-Shelter-Rechenzentrums sei eine Chance für Hattersheim, wo einst die Rosenindustrie blühte und Sarotti Schokolade herstellte. Beide Wirtschaftszweige seien längst Vergangenheit. Ersatz habe man bisher nicht wirklich gefunden. Mit dem neuen Rechenzentrum werde ein Tor zur Zukunft aufgestoßen, das Zeitalter der Digitalisierung halte Einzug in der Stadt, lobte Landrat Michael Cyriax CDU).

Der Nutzen dürfte dabei ein mehrfacher sein. Zum einem werden sich die Gewerbesteuereinnahmen deutlich erhöhen, zum anderen könnte Hattersheim als Standort eines großen Daten-Campus auch weitere Unternehmen der Branche, die in der Region stark expandiert, anziehen. Eine Belastung für die Bürger werde das Rechnenzentrum nicht sein, versprach Rupprecht Rittweger. „Wir produzieren ganz wenig Verkehr und machen keinen Lärm. Lediglich die Transformatoren würden schnurren, wenn das Geschäft läuft.

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