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Bürgermeisterwahl in Flörsheim Vier Fraktionen nominieren einen Kandidaten

Der SPD-Mann Michael Antenbrink bekommt bei der Bürgermeisterwahl in Flörsheim reichlich Gegenwind: CDU, Galf, Freie Bürger und FDP nominieren Bernd Blisch als gemeinsamen Gegenkandidaten.

Flörsheim
Bernd Blisch (vorne) und die Vertreter des Viererbündnisses mit dem ersten Wahlplakat. Foto: Renate Hoyer

Wenn Michael Antenbrink (SPD) am 27. Mai 2018 zur Bürgermeisterwahl antritt, um für eine dritte Amtszeit wiedergewählt zu werden, bekommt er kräftigen Gegenwind. Denn das Viererbündnis aus CDU, Grüner Alternativer Liste Flörsheim (Galf), den Freien Bürgern (dfB) und FDP hat sich auf einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt: CDU-Mann Bernd Blisch soll den Chefsessel im Rathaus erobern. Auf dem ersten Wahlplakat, das CDU, Galf, dfB und FDP gestern vorstellten, sind die Logos der vier Fraktionen zu sehen. Das Wort „Gemeinsam“ ist in den Farben schwarz, grün, blau und gelb geschrieben. „Die Stadt sind wir alle“ steht darunter.

Alle vier Fraktionen stünden zu hundert Prozent hinter der Kandidatur von Bernd Blisch und würden seinen Wahlkampf intensiv unterstützen, kündigten die Fraktionschefs an. Das sei eine „ungewöhnliche Konstellation“, räumte Galf-Fraktionschefin Renate Mohr ein. Man habe sich jedoch nach der Kommunalwahl 2016 zu Sondierungsgesprächen getroffen und schnell festgestellt, „dass unser gemeinsames Thema die Stadtentwicklung ist. Da wollen wir einen Gang zurückschalten, Flörsheim so gestalten, dass man’s auch in 20 Jahren noch erkennt. Und wir wollen Ruhe in die Kommunalpolitik bringen.“

Mit dem amtierenden Bürgermeister Michael Antenbrink ist das aus Sicht der vier Fraktionen, die zusammen rund 70 Prozent der Stadtverordneten stellen, nicht möglich. Das Bündnis unterstellt Antenbrink „Herrschaftsgebaren“ und politische Alleingänge vorbei am Parlament. Bürger würden in Entscheidungen so gut wie gar nicht einbezogen. Die Stadt, die zu Zeiten christdemokratischer Bürgermeister noch üppige finanzielle Rücklagen hatte, sei mittlerweile hoch verschuldet, bedauerte CDU-Fraktionschef Marcus Reif. „Das Gemeinsame in der Stadt ist verlorengegangen“, sagt Thomas Probst (dfB).

Bernd Blisch, gebürtiger Flörsheimer, langjähriger Leiter des städtischen Kulturamtes und zuletzt kommissarischer Direktor des Wiesbadener Stadtmuseums, soll als neuer Verwaltungschef frischen Wind in die Stadtpolitik bringen und für einen besseren Stil in der Kommunalpolitik sorgen. Als Wunschkandidat des Viererbündnisses wurde er schon Anfang des Jahres ausgedeutet. Blisch könne „zusammenführen, Gemeinsamkeiten finden und Kompromisse ausarbeiten“, ist FDP-Fraktionschef Thorsten Press überzeugt. Mit ihm könnten sich die Bürger identifizieren. Die Christdemokraten beeindruckte ganz besonders das exzellente Wahlergebnis des 54-Jährigen. Blisch bekam bei der Kommunalwahl 2016 die meisten Stimmen aller CDU-Kandidaten und wurde auch bei den Kommunalwahlen 2011 davor von den Wählern auf der Liste weit nach vorne geschoben.

Bernd Blisch selbst sieht sich in der Rolle der „Moderators“. „Die Zeiten, in denen einer Oberindianer spielt und alles vorgibt, sind vorbei“, ist er überzeugt. Er wolle als Bürgermeister mit allen politischen Kräften zusammen nach Lösungen suchen, auch die SPD in Gespräche einbinden und die Bürger mitnehmen, sagte Blisch gestern vor der Presse. Flörsheim solle sich wieder auf Augenhöhe mit den Nachbarstädten entwickeln und seinen Standpunkt in der Region finden. Dass er von vier Fraktionen, die noch vor nicht allzu langer Zeit nicht viel gemeinsam hatten, unterstützt werde, sei reizvoll. „Das ist eine neue Geschichte für Flörsheim und sehr spannend.“ Kommentar auf dieser Seite

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