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Baudenkmal in Hochheim Victoria-Denkmal wird bald restauriert

Die Sanierung des mehr als 100 Jahre alten Königin-Victoria-Denkmals am Mainufer zwischen Flörsheim und Hochheim kostet fast 200 000 Euro. Winzer und Bürgerstiftung werben um weitere Sponsoren

Hochheim
Für eine Vollrestaurierung des Denkmals reichen 100.000 Euro nicht aus. Foto: Renate Hoyer (Renate Hoyer)

Vor fast vier Jahren haben Reiner Flick und Henning Hupfeld das ehrgeizige Projekt erstmals vorgestellt: 100.000 Euro würden gebraucht, um das Königin-Victoria-Denkmal am Mainufer zwischen Flörsheim und Hochheim in neuem Glanz erstrahlen zu lassen, erklärten die beiden Winzer damals und warben um Sponsoren.

Zwischenzeitlich steht fest, dass weit mehr Geld nötig ist, um den bröckelnden Sandstein und die abgeplatzten Stuckelemente zu restaurieren, die Schrift wieder lesbar zu machen, neue Farbe aufzutragen und das königliche Wappen mit Blattgold zu überziehen. Auch der Löwenkopf und die Wasserspeier der Brunnenanlage zu Füßen des Denkmals sind nur noch in Fragmenten vorhanden.

Ein fünfstelliger Betrag fehlt noch

„Zwei Drittel der Summe für die Sanierung haben wir zusammen, mehrere Zehntausend Euro fehlen noch“, sagte Reiner Flick der FR. Der Wickerer Winzer bewirtschaftet seit einigen Jahren den Königin Victoria-Weinberg, auf dem das Denkmal steht und an einen Besuch der Queen im Jahr 1854 erinnert. Er hat großes Interesse daran, dass das Monument im neogotischen Stil, das einer Zinne von Windsor Castle nachempfunden ist und das Wappen des British Empire zeigt, nicht verfällt.

Denn auf den Flaschen, in denen der Riesling vom Königin Victoria-Berg abgefüllt wird, prangt das Wappen des englischen Königshauses. Regelmäßig wird der Wein von der englischen Botschaft geordert. Die Rheingauer Weinbaulage ist auch international bestens bekannt. „Touristen aus der ganzen Welt kommen hier vorbei und wundern sich, warum das Monument in einem so jämmerlichen Zustand ist“, sagt Flick.

Aus eigener Kraft können Reiner Flick und Weinbergsbesitzer Henning Hupfeld aus Oestrich-Winkel die teurer Sanierung nicht bezahlen. Deshalb sind die beiden Winzer froh, dass sie auch die Bürgerstiftung Hochheim mit ins Boot holen konnten, die auf ihrer Homepage ebenfalls um Sponsoren wirbt. Das Königin-Victoria-Denkmal, heißt es dort, solle „als Andenken für eine langjährige und innige deutsch-englische Verbindung“ fortbestehen. Es sei Zeitzeuge für eine durch den Hochheimer Wein geprägte kulturelle Verbindung mit dem englischen Königshaus.

„Wir haben in den vergangenen Monaten viele Gespräche geführt, unter anderem mit der deutsch-britischen Gesellschaft und dem britischen Honorarkonsul“, berichtet Reiner Flick. Das Interesse, die Denkmalsanierung zu unterstützen sei groß. Der Hochheimer Bürgermeister Dirk Westedt (FDP) habe Unterstützung angeboten, ebenso Staatsminister Axel Wintermeyer (CDU) und die Hessischen Stiftung für Denkmalpflege.

Sobald die Summe zusammengekommen ist, könne mit der Restaurierung begonnen werden, sagt Reiner Flick. Alle Unterlagen seien eingereicht, alle Genehmigungsverfahren durchlaufen – bei der Landes-Denkmalpflege ebenso wie beim Denkmalschutz des Main-Taunus-Kreises und beim Landesamt für Gartenkultur, das für die Grünanlage rund um das Monument zuständig ist.

Er sei guten Mutes, das die Sanierung in den nächsten Monaten beginnen könne, sagte Flick der FR. „Ideal wäre natürlich, wenn wir das restaurierte Denkmal zum 200.Geburtstag von Queen Victoria einweihen könnten – am 24. Mai 2019“, sagt Reiner Flick und räumt ein: „Das ist aber ein sehr sportliches Ziel.“

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