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Bad Soden/Japan Alles ruhig in Yoro-cho

Aufatmen in Bad Soden: Die japanische Partnerstadt Yoro-cho ist von Erdbeben und Tsunami verschont geblieben - und auch die radioaktive Wolke ist noch weit entfernt.

In Yoro-cho hat die Erde kaum gebebt. Ein paar Gläser hätten im Schrank geklirrt, „mehr war nicht“, sagt Frank Bender. Der 43-jährige Sohn des ehemaligen Bad Sodener Bürgermeister Kurt Bender ist einer von denen, die die Städtepartnerschaft von Bad Soden und Yoro-cho am Laufen halten. Frank Bender hat selbst zwei Jahre als Schwimmlehrer in Japan gearbeitet, ist mit einer Japanerin verheiratet.

Vor 25 Jahren seien die ersten Kontakte in die japanische Partnerstadt geknüpft worden, erzählt er. Die Sportjugend von Yoro-cho suchte damals den Austausch mit der Turngemeinde Bad Soden. 1991 wurde eine Freundschaftsurkunde unterschrieben, 2004 die Partnerschaft offiziell besiegelt.

Yoro-cho liegt im Herzen des japanischen Archipels etwa 400 Kilometer südlich von Tokio und damit erst mal weitab vom Unglückreaktor Fukushima. Symbol der Stadt ist der Yoro-Wasserfall. Ein großer Themenpark zieht pro Jahr bis zu einer Million Besucher an.

Er sei mit Freunden aus der Partnerstadt übers Internet in Kontakt, sagt Frank Bender. „Alle sind sehr gefasst und besonnen.“ Sein Schwager lebe in Tokio. Auch er wolle die Stadt fürs erste nicht verlassen.

Seitdem nach Erdbeben, Tsunami und Reaktorkatastrophe stündlich Schreckensmeldungen aus Japan kommen, hat auch der Vorsitzende des Vereins für Internationalen Kultur- und Sportaustausch (Ikus) Bad Soden, Hans-Herbert Meybohm, viele Mails an Bekannte in der Partnerstadt geschrieben. „Moralische Unterstützung“ sei in einer solchen Situation viel wert, glaubt er. „Die Leute sollen wissen, dass wir an sie denken.“

Mail an den Bürgermeister

Bürgermeister Norbert Altenkamp (CDU) hat eine Mail an seinen Amtskollegen Takashi Ohashi geschickt. „Wir sind sehr beunruhigt über die Nachrichten, die wir im Fernsehen sehen, Bilder der Verwüstung nach dem Erdbeben, dem Tsunami und der Reaktorkatastrophe“, schreibt er an den Bürgermeister von Yoro-cho. „Wenn wir irgendwie helfen können, lassen Sie uns das bitte wissen.“

Die Planungen für den Austausch mit Yoro-cho gehen unterdessen weiter. Für den kommenden Herbst plane die Kulturgruppe des Ikus eine Fahrt in die Partnerstadt, sagt Frank Bender. Bislang habe nur eine Teilnehmerin abgesagt. Im Sommer soll eine Sportgruppe aus Japan nach Bad Soden kommen.

Im Zuge des Jubiläums „150 Jahre Deutschland-Japan“ werden demnächst Bilder der Frankfurter Künstlerin Yasuko Göhler im Badehaus im Alten Kurpark zu sehen sein. Die Vernissage der Ausstellung beginnt am 4. April um 19.30 Uhr.

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