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Bad Soden Doppelsieg beim Chorfest

Die Junge Kantorei Bad Soden erringt mit ihrem Dirigenten Tobias Landsiedel beim Deutschen Chorfest in Stuttgart Spitzenplätze.

Tobias Landsiedel (rechts) probt mit seinen Sängerinnen und Sänger im Kreishaus. Foto: Rolf Oeser

„Das konnte man nicht planen“, berichtet Tobias Landsiedel vom Doppelerfolg der Jungen Kantorei Bad Soden beim Kräftemessen von über 100 Gesangsensembles beim Deutschen Chorfest in Stuttgart. „Ohne Erwartung“ sei er mit seinen Leuten hingefahren, sagt der Dirigent. „Ich wollte allein, dass der Chor daran wächst, vielleicht auch etwas über sich hinaus wächst.“ Was dann passierte, ist für Landsiedel heute noch ein „kleines Wunder“. Als der Main-Taunus-Kreis die Bad Sodener Sängerinnen und Sänger am Montagabend mit einem Empfang und dem Eintrag ins Goldene Buch würdigt, gibt der junge Musiker zu, dass er auf dem Stuttgarter Schlossplatz vor Glück geschrieen und sich schnell die Tränen abgewischt habe.

Als einziger Chor in dem bundesweiten Wettbewerb war die Junge Kantorei samt den jungen Erwachsenen vom Schwesterchor JuVokal in gleich zwei Kategorien erfolgreich: zeitgenössische Chormusik sowie Jazz/Pop/Gospel. Die baden-württembergische Landeshauptstadt als Schauplatz des Ereignisses mit Hunderttausenden Besuchern, darunter 400 Chören mit 15 000 Singenden, hebt diesen Sodener Erfolg auf ihrer Homepage eigens hervor.

„Mehr als nur ein Chor“

Konstanz und Durchhalten im Spannungsfeld von vielerlei Interessen und Terminen bescheinigt Tobias Landsiedel den über 50 Sängerinnen und knapp zehn Sängern, die nach einem „Mega-Jahr“ mit „strammem Programm“ die Preise einheimsten. Die meisten von ihnen gehen noch zur Schule. Was hat sie so begeistert?

Johannes Wooning war vor vier Jahren in den damals noch kleinen Chor eingetreten: „Ich wollte immer schon singen.“ Es sei dieses Kribbeln im ganzen Körper bei manchem Lied, diese Einheit mit den anderen, die man im Gesang erlebt. „Wir sind mehr als nur ein Chor“, sagt er. Dann fehlen ihm dafür aber die Worte: „In jedem Fall ein gutes Team.“

Alexander Bracklo gibt zu, dass er anfangs von den Eltern zum Singen geschickt wurde: „Die ersten zwei Jahre musste ich hingehen“, sagt er. Inzwischen sind immer mehr Freunde in den Chor gekommen. Heute erleben Johannes und er im Chor mehr Zusammenhalt als in der Fußballmannschaft, in der beide kicken.

Helena Gorissen hat wegen zunehmender Anforderungen in der Schule schon ihre Hobbys Tanzen, Fußball und Klarinette aufgegeben. Für die Kantorei müsse aber auch in der Oberstufe Zeit sein, ist sie entschlossen. Landrat Michael Cyriax und Kreistagschef Wolfgang Männer (beide CDU) sowie wenige Gäste durften am Montag im Kreishaus das Privileg einer vorzüglichen Kostprobe vom Können der jungen Kantorei zu hören.

Schon diese Woche am Freitag tritt die Junge Kantorei aber wieder öffentlich auf: ab 21 Uhr zur Nacht der Kirchen in der evangelischen Kirche Neuenhain. Der Eintritt ist frei.

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