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Bad Soden Apotheke auf einem Quadratmeter

Heimische Kräuter helfen gegen Krankheiten und bereichern die Küche. Dies erfahren die Teilnehmer einer Führung mit Kräuterexpertin Regine Ebert.

16.05.2016 23:22
Jöran Harders
Regine Ebert gibt ihr Kräuterwissen weiter. Foto: Rolf Oeser

Nur wenige Schritte muss Regine Ebert laufen, um am Weg eine Heilpflanze zu finden. Die erste Pflanze, auf die die Kräuterexpertin bei einer Führung durch das Naturschutzgebiet Süßes Gründchen stößt, ist der Breitwegerich. „Der Breitwegerich steht oft mitten auf dem Weg. Beim Spazierengehen läuft man meistens achtlos über ihn hinweg“, stellt Ebert fest. Doch das Heilkraut, das wegen seiner Unempfindlichkeit fast überall wachsen kann, habe mehr Beachtung verdient. „Der Breitwegerich ist heute ein wenig in Vergessenheit geraten. Für Paracelsus war er die Heilpflanze schlechthin.“ Der frühneuzeitliche Arzt und Philosoph empfahl das Kraut als Mittel gegen Migräne. Heute werde es vor allem wegen seiner wundheilenden Wirkung geschätzt, verrät Ebert.

Die ausgebildete Phytotherapeutin, die gerade ihre eigene Kräuterschule eröffnet hat, bietet regelmäßig Führungen an, bei denen sie erklärt, wie sich Wildpflanzen zum Behandeln von Krankheiten, aber auch zum Kochen verwenden lassen. In Bad Soden werden diese Kräuterspaziergänge von der Stadt veranstaltet.

Das Süße Gründchen sei für Kräuterliebhaber besonders interessant. „Hier findet man auf nur einem Quadratmeter eine komplette natürliche Hausapotheke oder alle Zutaten für eine leckere Kräutersuppe.“ Wer in der Natur Pflanzen sammeln wolle, sollte aber darauf achten, möglichst keine Schäden zu hinterlassen. „Bitte reißen Sie die Pflanzen nicht mit den Wurzeln aus, sondern schneiden Sie sie so weit über der Wurzel ab, dass sie auch wieder nachwachsen können“, mahnt Regine Ebert zur Rücksicht.

Ein anderes heilsames Kraut, das sich leicht finden lässt und dessen Wirkung häufig unterschätzt wird, ist die Brennnessel. Wer Brennnesseln beispielsweise als Salat essen möchte, muss vorher die Härchen an den Blättern unschädlich machen, die beim Berühren das unangenehme Brennen auf der Haut verursachen und der die Pflanze ihren Namen verdankt. Das könne durch Kleinschneiden oder Waschen der Blätter geschehen oder indem man sie in Öl gibt, weiß Ebert.

In allzu großen Mengen sollte man Brennnesseln aber nicht zu sich nehmen, rät die Expertin. „Die entgiftende Wirkung der Brennnessel ist sehr stark. Bei einer Überdosierung kann es zu Kopfweh, Übelkeit oder Hautausschlag kommen. Eine Tasse Brennnesseltee pro Tag reicht meistens aus; wer mehr trinkt, kann leicht des Guten zuviel tun.“ Generell sei bei der Anwendung von Heilkräutern mit unerwünschten Nebenwirkungen so gut wie nicht zu rechnen. Zu Recht würden Pflanzen daher als gesunde Alternative zu Medikamenten empfohlen. Als Beispiel dafür nennt Ebert das Mädesüß. „Es enthält einen ähnlichen Wirkstoff wie die Aspirin-Tablette, greift aber anders als die Tablette die Magen- und Darmschleimhäute nicht an.“

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