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Verwaltung in Hanau Stadt Hanau stellt wieder Personal ein

Die Grippewelle im Frühjahr hat die knappe Personaldecke bei der Stadt Hanau drastisch offengelegt. Jetzt werden Stellen besetzt.

Rathaus in Hanau
Das Rathaus in Hanau. Die Stadt stellt wieder Personal ein. Foto: Rolf Oeser

Der Spruch „Weniger ist mehr“ trifft für die Personalsituation der Stadt Hanau überhaupt nicht zu. Vor knapp vier Jahren steckte Oberbürgermeister und Kämmerer Claus Kaminsky (SPD) im Zuge einer strengen Haushaltskonsolidierung die Zielmarke bei den städtischen Beschäftigten für die nächsten zehn Jahre. Danach sollte der Personalstand von mehr als 1000 Angestellten um 20 Prozent reduziert und die Zahl der Ausbildungsplätze deutlich gekürzt werden. Auf halber zeitlicher Strecke zu der Vorgabe muss der Magistrat nun eine Kehrtwende einleiten.

Die Grippewelle im Frühjahr hat die knappe Personaldecke bei der Stadt drastisch offengelegt. Von Mitte Februar bis Mitte April mussten die meisten der städtischen Servicebüros für Personalausweis, Ummeldung und andere Angelegenheiten wegen Krankheit geschlossen bleiben. Zeitweise seien von 23 Mitarbeitern in den Stadtteilläden nur noch fünf im Dienst gewesen, teilt die Presseamtteilung der Stadt auf Anfrage der FR mit.

Wer „aufs Amt“ musste, kam in dieser Zeit kaum umhin, in die Innenstadt zu fahren, sich ins Rathaus zu begeben und sich in die auch schon sonst lange Schlange der Wartenden einzureihen.

Vereinzelt habe es Beschwerden geben, teilt die Stadt mit. Genauere Auskünfte gibt es nicht. Die Bewohner in den Stadtteilen müssen bereits seit gut zwei Jahren in der Schulferienzeit eingeschränkten Service vor Ort hinnehmen, weil es keine oder kaum Urlaubsvertretung für die Stadtteilläden gibt.

„Eine Phase wie diese habe ich noch nicht erlebt“, sagt Peter Reuling, Vorsitzender des Personalrats Innere Verwaltung der Stadt Hanau. „Der Schutzschirm hat den Personalbestand in vielen Kommunen schwer gebeutelt, besonders Hanau“, so Reuling, der bei der Gewerkschaft Verdi auch als ehrenamtlicher Leiter des Fachbereichs Gemeinden fungiert. In Hanau sei die Belastung „außerordentlich hoch“ gewesen. Die Rückgabe des Sozialamtes an den Kreis und die Schließung der Stadtteilbibliothek Großauheim aus Geldmangel habe die Situation verschärft. „Hanau will zu einer Großstadt wachsen, da kann man die Verwaltung nicht runterkürzen. Die Lösung kann nur heißen: mehr Stellen“, so Reuling. Bislang wurden wichtige Positionen, wenn es ging, durch interne Personalverschiebung wieder besetzt.

Bei OB Kaminsky ist diese Einsicht offenbar angekommen. Ende Februar kündigte er eine „großangelegte Offensive zur externen Wiederbesetzung von Stellen“ an, der im April ein Jobportal auf der Internetseite der Stadt folgte. Mehr als 40 Stellen seien dort seitdem ausgeschrieben worden, heißt es. Seit dem Einstellungsstopp sind jedoch rund 100 Jobs gestrichen worden. Mit der nun gestarteten Aktion soll laut OB nicht zuletzt auch ein Ausgleich für den verstärkten Abgang von Bediensteten geschaffen werden, die in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen. Hierbei soll auch eine höhere Ausbildungsquote helfen, die aber aus Sicht des Personalrats immer noch unter dem Durchschnitt bleibt.

Für den Bürgerservice in den Stadtläden wird es 1,5 Stellen im Service und eine Stelle für den nichtöffentlichen Bürobereich geben, heißt es auf Anfrage. Laut Reuling liegen für diese Ausschreibungen viele Bewerbungen vor, die nächste Woche mit Abteilungsleiter Thorsten Wünschmann gesichtet werden.

Wer sich spontan einen Behördenbesuch vornimmt, muss weiterhin mit erheblichen Wartezeiten rechnen. Wer seinen Besuch planen kann, kann die seit 2016 bestehende Online-Terminierung nutzen. Der Bürger kann dort einen Termin samt Uhrzeit vereinbaren. Aber: Wer jetzt etwa einen Reisepass beantragt, kann laut Kalender frühestens in einem Monat einen Termin erhalten.

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