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Sporthalle Kleinauheim Der Zorn ist nicht verraucht

„Willi-Rehbein-Sporthalle“ - in Erinnerung an den früheren SPD-Bürgermeister heißt so ab sofort die Kleinauheimer Turnhalle. Die CDU wollte das verhindern, die Gebietsreform aus den 70ern ist noch nicht vergessen.

Ein neuer Schriftzug ziert die Sporthalle Klein- Auheim. Foto: Hoyer

Schöner ist die etwas triste Sporthalle Klein-Auheim in typischer 70er-Jahre-Bauweise nicht geworden, aber sie hat jetzt einen anderen Namen: In Erinnerung an den ehemaligen sozialdemokratischen Bürgermeister von Klein-Auheim, der am 12. Januar 100 Jahre alt geworden wäre, heißt der Komplex an der Fasaneriestraße nun „Willi-Rehbein-Sporthalle“ – auch wenn der alte Schriftzug noch unter dem neuen durchschimmert.

Dieser kleine Makel werde aber noch beseitigt, versprach Oberbürgermeister Claus Kaminksy (SPD) am Mittwochabend bei einem Festakt zur Umbenennung der Halle. Der einst selbstständige Ort und heutige Hanauer Stadtteil bekam sie nach der Gebietsreform 1974 „geschenkt“. Die damals in Bevölkerung und Politik höchst umstrittene Eingemeindung dürfte auch der Grund sein, warum die CDU im Ortsbeirat gegen den neuen Namen (und die Mehrheit im Gremium) stimmte, denn Rehbein unterstützte die Gebietsreform. Offiziell mochte das zwar kein Klein-Auheimer Christdemokrat als Grund nennen, widersprochen hat aber auch niemand.

Beim Festakt ließ sich außer Ortsvorsteher Klaus-Erich Kirchner denn auch kein Vertreter der Klein-Auheimer CDU blicken. Kirchner selbst macht aus seiner fehlenden Begeisterung für die Umbenennung keinen Hehl, wie er der Frankfurter Rundschau sagte: „Ich bin in offizieller Funktion hier, nicht als Privatmann. Beschluss ist Beschluss, ob es mir gefällt oder nicht.“

Dieter Hog, Fraktionschef der Hanauer CDU, teilt die Haltung seiner Kollegen aus dem Ortsverband nicht: „Wenn man gegen etwas ist, sollte man erklären, warum.“ Zudem sei die Gebietsreform heute längst kein problematisches Thema mehr: „Das ist doch mittlerweile 36 Jahre her.“

Wie sehr die landespolitische Entscheidung damals die Gemüter erhitzte, schilderte Kaminsky in seiner Festrede. Willi Rehbein sei als Bürgermeister derartigen Anfeindungen ausgesetzt gewesen, dass er sogar überlegt habe, einen Waffenschein zu beantragen: Bäume und Sträucher seien aus seinem Garten gerissen worden, er habe wüste „Droh- und Schmähbriefe“ erhalten.

Kaminsky würdigte Willi Rehbein als „ehrbaren Demokraten und engagierten Klein-Auheimer“, der ein bescheidener Mann gewesen sei – dem die Benennung der Halle nach seinem Namen gleichwohl gefallen hätte. Diese sei ein sichtbares Zeichen des Danks an den vom 1959 bis 1974 amtierenden Bürgermeister. Ohne Rehbeins Initiative wäre etwa die ehemals fürstliche Fasanerie nie zum öffentlich zugänglichen Wildpark geworden, erklärte der Oberbürgermeister.

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