Lade Inhalte...

Sicherheit in Hanau Mehr Kameras auf Hanaus Plätzen

Die Videoüberwachung in der Hanauer Innenstadt ist offiziell gestartet. Die Stadt erhofft sich von den Kameras einen erheblichen Abschreckungseffekt auf Straftäter.

Freiheitsplatz
Der städtische Verkehrsbetrieb HSB hat bereits seit 2016 den zentralen Omnibushalt am Freiheitsplatz per Kameras im Blick. Foto: Monika Müller

Im auffälligen, klobigen weißen Blechkleid hängen die Kameras in Bündeln an Fassaden und unter Vordächern. Diskretion sei ausdrücklich nicht gewünscht, sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Mittwoch beim offiziellen Start der Videoüberwachung auf drei Plätzen in der Innenstadt. Die Stadt erhoffe sich von der hochauflösenden Videotechnik einen erheblichen Abschreckungseffekt auf Straftäter, so der OB. Passanten müssten sich nun nicht mehr allein fühlen, die Kameras fungierten als „virtuelle Streife“. Rund 700.000 Euro hat das Gesamtpaket aus 28 Kameras gekostet. Das Land übernimmt davon 461.000 Euro, symbolisch wurde der Anteil am gestrigen Mittwoch von Peter Beuth (CDU), dem hessischen Innenminister, überbracht.

Hanau sei eine von 16 Städten in Hessen, die am Landesprogramm zur kommunalen Videoüberwachung teilnehmen, sagte Beuth. Seit 2017 habe das Land das Budget von 300.000 auf 1,3 Millionen Euro im Jahr aufgestockt. Auch sei die Landesförderung von einem auf zwei Drittel der Kosten erhöht worden. Bislang sind in den teilnehmenden Städten 20 Anlagen mit insgesamt 120 Kameras installiert worden. In Hanau befinden sich die Kameras am Freiheitsplatz, am Marktplatz und am Platanenplatz. Laut Beuth soll sich der Erfolg in diesen Städten nicht allein durch die Technik, sondern durch einer Verzahnung von Kommune und Polizei ergeben. Hanau ist dieser Forderung mit einer Stadtwache am Rathaus, die im Februar eröffnet hat, und zwei Schutzleuten vor Ort nachgekommen.

„Fragen nach der Sicherheit in der Öffentlichkeit haben heute Konjunktur“, sagte der für Ordnung zuständige Stadtrat Thomas Morlock (FDP). Fehle das Sicherheitsgefühl, entstehe ein Unbehagen, das zu einer Vermeidungsstrategie führe. Eine Folge sei etwa, dass die Menschen abends seltener ausgingen. „Die Videoüberwachung ist ein wesentlicher Teil“ im Sicherheitskonzept, heißt es. Bereits beim Umbau der Innenstadt sei darauf geachtet worden, dass keine Angsträume entstehen.

Dass die massive Überwachung potenzielle Straftäter an andere Orte in der City verdrängt, hält Roland Ullmann, Präsident der Polizeidirektion Südosthessen, für nicht ausgeschlossen. Allerdings gebe es genug Kriminelle wie Taschendiebe, die Orte mit viel Publikum aufsuchten, wie den Marktplatz und die Feste, die dort stattfinden. Aus Sicht von Ullmann hat Hanau keine überhöhte Verbrechensrate. 2017 sei die Fallzahl sogar um zehn Prozent im Vergleich zu 2016 zurückgegangen.

Die Videoüberwachung in Hanau hat vor allem eine politische Dimension. Nach der Kommunalwahl 2016 wurde die Wählergemeinschaft Bürger für Hanau (BfH) wieder in die Koalition geholt. Die BfH hatte zuvor stark für eine Videoüberwachung geworben und 7,7 Prozent der Stimmen bekommen. Das Thema ging damit in den Koalitionsvertrag ein.

Die Kameras sind seit Mitte April in Probebetrieb, die bisherige Bilanz laut Kaminsky: Ein Drogendealer wurde gefasst. Gegen die Verursacher der schwarzen Beschleunigungsspuren auf dem Marktplatz durch die illegale automobile Freudenfeier nach der Türkeiwahl könne nun Dank der Kameras ermittelt werden, so der OB.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen