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Schöneck Duell ums Bürgermeisteramt

Björn-Magnus Becker fordert Conny Rück heraus.

Rathaus Kilianstädten
9500 Bürger entscheiden, wer im Rathaus künftig Chef ist. Foto: Rolf Oeser

Auf rund 12 000 hat sich die Einwohnerzahl Schönecks zuletzt eingependelt. Doch die Gemeinde könnte bald wachsen. Die Nachfrage nach Bauplätzen ist hoch, nicht zuletzt wegen der Nähe zu Frankfurt und der grünen Umgebung. Mit einem Wachstum würden die schon bestehenden Herausforderungen zunehmen: Die Niddertalbahn, die Pendlern häufig Probleme bereitet, muss ausgebaut werden, ebenso wie die Kinderbetreuung. Und neues Bauland muss ausgewiesen werden, um den Druck auf dem Markt zu dämpfen.

Wer künftig für diese und andere Aufgaben verantwortlich sein wird, entscheiden am Sonntag 9500 wahlberechtigte Schönecker aus den Ortsteilen Büdesheim, Kilianstädten und Oberdorfelden. Für das Bürgermeisteramt kandidieren Björn-Magnus Becker (parteilos) und Amtsinhaberin Conny Rück (SPD). Sie ist Favoritin, auch weil die SPD hier stärkste Partei ist. In der Gemeindevertretung haben die Sozialdemokraten die meisten Sitze (11 von 37), gefolgt von der CDU (9), die nach mehreren Niederlagen hintereinander keinen eigenen Kandidaten stellt, auch weil sie große inhaltliche Schnittmengen mit Rück sieht. Becker ist parteilos, wird aber von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) und der Wahlalternative Schöneck (WAS) unterstützt.

Beckers Slogan lautet: „Mut zur Veränderung.“ Schönecks Potenzial werde bei Weitem nicht ausgeschöpft, sagt der Bauingenieur. Er möchte etwa ein Beschwerdemanagement einführen, damit Straßen und Gebäude schneller repariert werden. Die Rathauschefin sei nicht aktiv genug, weshalb zum Beispiel Oberdorfelden „abgehängt“ sei. „Verschlafen wurde auch die Elektromobilität“, die der 46-Jährige fördern will. Darüber hinaus kündigt Becker an, Neubaugebiete zu schaffen und das Nidderufer zu entwickeln. Becker will dort mit Hilfe von Fördergeld Rad- und Fußwege bauen. Zudem tritt er für eine „neue Mitte“ ein – ein Zentrum, ähnlich wie in Nidderau. Ein besonderes Anliegen des Familienvaters ist auch das Alte Schloss in Büdesheim: Als Bürgermeister würde er versuchen, das Schloss in kommunaler Hand zu halten. Im städtischen Haushalt gebe es durchaus Spielraum, sagt Becker.

Das Parlament hatte 2016 beschlossen, das sanierungsbedürftige Schloss zu verkaufen. Ein angestrebtes Bürgerbegehren dagegen wurde aus juristischen Gründen nicht zugelassen. Becker zählt zu den größten Kritikern in Sachen Schloss, er sieht Intransparenz und mangelnde Bürgerbeteiligung. Der designierte Investor hat derweil noch nicht gekauft; es gibt Fragen beim Denkmalschutz.

Rück räumt ein, sie hätte die Bürger in Sachen Schloss noch mehr mitnehmen sollen, verweist aber auch darauf, dass es Bürgerversammlungen gab und der Parlamentsbeschluss einstimmig war. Ansonsten weist Rück – Slogan: „Wissen, was Menschen bewegt“ – Beckers Kritik zurück. Dessen Vorschläge seien entweder nicht finanzierbar, weil das Fördergeld nicht reiche und der Etat nicht so viel hergebe, oder nicht sinnvoll. „Wo soll in Schöneck beispielsweise eine Mitte entstehen?“ Es gebe keinen geeigneten Ort dafür.

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