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Pioneer-Gelände in Hanau Streit um Altlasten

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) weist die Kritik des Naturschutzverbands BUND zum Umgang mit Altlasten auf dem Pioneer-Areal zurück.

Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) hat die Vorwürfe des Naturschutzverbands BUND zum Umgang mit Altlasten auf dem Pioneer-Areal als „vollkommen haltlos“ zurückgewiesen. Alle Experten seien zu dem Ergebnis gekommen, dass die Kaserne nach der geplanten Sanierung und den Maßnahmen zum Immissionsschutz uneingeschränkt nutzbar sein werde. Bürger, Hausbauer und Investoren müssten sich keine Sorgen machen, so Kaminsky: Wohnen, Arbeiten und Leben auf dem Pioneer-Areal sei „in keinster Weise gesundheitsschädlich“.

Auf der früheren Militärfläche im Stadtteil Wolfgang entsteht der „Pioneer Park“, ein Viertel mit 1600 Wohneinheiten. Der Arbeitskreis Altlasten (AK) des BUND hatte in der FR unter anderem kritisiert, die prognostizierte Sanierungsdauer bei den Schäden durch Leichtflüchtige Chlorierte Kohlenwasserstoffe (LCKW) sei wohl schöngerechnet. Der AK hat den Eindruck, das Projekt solle unnötig beschleunigt werden. Er fordert Sorgfalt und Nachbesserungen, etwa beim Schutz vor Lärm und Altlasten. Kaminsky und Stadtentwickler Martin Bieberle kritisieren die Vorwürfe scharf, bezeichnen sie etwa als „Parolen auf Stammtisch-Niveau“. Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt bescheinige Hanau stets einen „hoch verantwortungsvollen und professionellen Umgang“ mit Themen wie Altlasten. Die Stadt habe solche Aufgaben schon auf anderen Konversionsflächen erfolgreich gelöst, bei Pioneer gebe es keine größeren Belastungen als dort. Auch das Wohnen in der Nähe des Dunlop-Reifenwerks sei erwiesenermaßen nicht gesundheitsschädlich. 

Bieberle spricht von einer „Unverschämtheit“: Der BUND beziehe sich bei seiner Kritik „offenbar ausschließlich auf die Kurzzusammenfassung, die im Struktur- und Umweltausschuss präsentiert worden ist“ und verweist in diesem Zusammenhang auf den FR-Artikel. Richtig ist: Der BUND hat sich die Präsentation nach dem Ausschuss auf Anfrage angeschaut. Allerdings basiert die Einschätzung nicht nur darauf. Der Verband hatte beim RP Akteneinsicht beantragt und daraufhin umfangreiche Unterlagen bekommen, darunter eine Detailuntersuchung von Pioneer. Der BUND kündigt an, sich bald zu den von der Stadt Hanau erhobenen Vorwürfen zu äußern.

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