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Nidderau Nein zu Gewalt vom Bayern-Profi

Der Ex-Offenbach- und Eintracht-Fußballer und heutige Bayern-München-Profi Sebastian Rode als Präventionsbotschafter in der Bertha-von-Suttner-Schule.

Autogrammstunde in der Schul-Aula mit FC-Bayern-München-Spieler Sebastian Rode. Foto: Renate Hoyer

Klare und eindeutige Absagen an Gewalt, Rassismus, Intoleranz, Hetze und Mobbing. Auch in den sogenannten Sozialen Netzwerken. Wenn solche Absagen von einem jugendlichen Idol kommen, fallen sie erfahrungsgemäß bei Kindern und Jugendlichen auf fruchtbareren Boden, als wenn Lehrer, Politiker oder sonstigen Autoritäten den Zeigefinger heben. Das war die Idee, den 25 Jahre alten Ex-Offenbach- und Eintracht-Fußballer und heutigen Bayern-München-Profi Sebastian Rode als hessischen „Präventionsbotschafter“ in die Bertha-von-Suttner-Schule nach Nidderau zu holen.

Ein Vorbild für die Jugend

Bürgermeister Gerhard Schultheiß (SPD) steckte dahinter, er hatte den Star-Kicker im Sommer in München getroffen und ihn als gebürtigen Hessen eingeladen, mit den Nidderauer Schülern über Kriminalprävention zu sprechen. Seit Ende 2012 ist er als offizieller Präventionsbotschafter des hessischen Ministeriums für Justiz unterwegs. „Das Thema Gewalt und gewaltlose Konfliktlösung ist allgegenwärtig, durch die Flüchtlingsituation, die Weltlage“, erklärt Schultheiß den Hintergrund. „Sebastian Rode ist dazu ein hervorragendes Vorbild.“

Auch Schulleiterin Manuela Brademann befindet, er passe zum Profil der Bertha-von-Suttner-Schule die sich zu Gewaltlosigkeit, Toleranz, Courage und Verantwortung füreinander bekennt.

Und so löchern die achten und neunten Klassen den Top-Spieler aus München mit Fragen, fußballerischen und weniger fußballerischen. Sie erfahren von ihm, dass es auch ihn schmerzt, wenn es hämische, verletzende Kommentare über ihn im Netz gibt, wie etwa zu seinem Wechsel von Eintracht Frankfurt zu Bayern München. Oder vom Gefühl, als Fußball-Superstar unter ständiger Beobachtung zu stehen, kaum Privatleben zu haben. Er wird gefragt, was er von seinen Kollegen Messi oder Ronaldo hält: „Man muss Menschen erst näher kennenlernen, bevor man über sie urteilt“, erklärt der 25-Jährige und erntet immer wieder Applaus für Sätze wie diesen.

Ja, es mache ihm Spaß unterwegs zu sein, um zu vermitteln, dass Gewalt nie und nimmer eine Lösung sein kann. Weder in Fußballstadien, noch auf Schulhöfen, oder sonstwo. „Gerade der Sport ist das einfachste Mittel der Integration für Fairplay und gegenseitigen Respekt “, sagt der gebürtige Seeheim-Jugenheimer unaufgeregt, allürenfrei und sympathisch bodenständig.

Er legt den in der proppenvollen Aula versammelten Schülerinnen und Schülern auch ihre Schule ans Herz. „Ihr werdet einmal gerne an die Zeit hier zurückdenken“, prophezeit er dem jungen Auditorium. Trotz steiler Fußballkarriere habe er seine Schule mit dem Abitur abgeschlossen, das sei ihm wichtig gewesen. Vor dem Hintergrund des Terrors und einer Länderspielabsage betont er die Bedeutung von Fair-Play und gegenseitigem Respekt in allen Lebensbereichen. Er beschreibt auch die Betroffenheit und das Entsetzen, das sich angesichts der Anschläge unter seinen Nationalteamkollegen verbreitete, die die Anschläge in Paris hautnah erleben mussten.

„Prävention ist alles“, sagt auch Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU), die den Fußballstar nach Nidderau begleitete und nach eigener Auskunft vier bis fünf solcher Präventions-Touren zu hessischen Schulen pro Jahr unternimmt.

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