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Moschee in Hanau Ahmadiyya-Gemeinde will Moschee bauen

Bauvoranfrage für ein Grundstück in Großauheim läuft / Baum als Zeichen des Dialogs gepflanzt

Gemeinsames Gebet: Ahmadis und Weiss-Thiel (3. v. r.). Foto: Hoyer

Die Ahmadiyya-Gemeinde hat einen erneuten Versuch gestartet, in Hanau eine Moschee zu bauen. Gefunden hat die Gemeinde dafür ein Privatgrundstück in der Lise-Meitner-Straße in Großauheim. Das Grundstück liegt neben der Bundesstraße 43a zwischen Hafenbahn und Main, baurechtlich ist die Gegend als Misch- und Gewerbegebiet ausgewiesen.

Sie hätten zunächst beim Bauamt vorgefühlt, ob an dieser Stelle grundsätzlich der Bau einer Moschee möglich sei, sagte Vorstandsmitglied Mubarik Shahid gegenüber der Frankfurter Rundschau. Nachdem dies bejaht worden sei, habe die Gemeinde vor acht Wochen eine Bauvoranfrage gestellt. Mit einem Bescheid rechnet Shahid in etwa vier Wochen. Sobald die Ahmadiyya-Gemeinde grünes Licht für den Bau habe, werde sie mit Anliegern und Nachbarn sprechen, sagte Khawaja Rafique aus der Deutschlandzentrale in Frankfurt.

Auch wenn die Moschee gebaut sei, würden die Türen allen Interessierten offen stehen, sagte er – zumal eine Moschee nicht nur ein Gebetsraum, sondern auch ein Treffpunkt sei. Im Moment kommt die Ahmadiyya-Muslim-Jamaat in Hanau in einer einfachen Wohnung in einem Block in der Daimlerstraße am Hauptbahnhof zusammen – nicht weit von der Lise-Meitner-Straße.

Sollte die mit rund 220 Mitgliedern eher kleine Gemeinde die Baugenehmigung bekommen, könnte sie die allererste Moschee in Hanau bauen. Integrationsdezernent Axel Weiß-Thiel (SPD) zählt vier Moscheen und einige Versammlungsräume in der Stadt. Aber keine dieser Stätten wurde ursprünglich als Gotteshaus gebaut, so liegt zum Beispiel die Moschee in der Gärnterstraße im ersten Stock eines Gebäudes im Hinterhof.

Bereits im Jahr 2006 hatte die Ahmadiyya-Gemeinde eine Bauvoranfrage für ein Grundstück in der Lippestraße im Lamboy gestellt. Diese war aber vom Bauamt abgelehnt worden.

Zu den baurechtlichen Fragen könne er nichts sagen, das müsse geprüft werden, sagte Weiss-Thiel. Grundsätzlich würde er es aber begrüßen, wenn die Ahmadiyya-Gemeinde eine Moschee bauen würde, sagt er. Die muslimische Landschaft sei sehr vielfältig, manche Strömungen wie die der Salafisten beobachte er mit mit Sorge. „Doch mit der Ahmadiyya-Gemeinde in Hanau arbeiten wir sehr gern zusammen“, sagte Weiss-Thiel.

Der Stadtrat und die Gemeindevertreter äußerten sich am Donnerstagnachmittag am Rande einer Feierstunde am Spielplatz Hochgericht in Kesselstadt. Zuvor hatte die Männerorganisation der Ahmadiyya-Gemeinde zusammen mit Weiss-Thiel einen rot-blättrigen Ahorn gepflanzt. Unter dem Motto „Liebe für alle, Hass für keinen“ sei der Baum ein Symbol dafür, dass die Gemeinde den interkulturellen Dialog in Hanau fördern und sich weiterhin selbst einbringen wolle, sagte Zafar Awan. Der Baum stehe auch dafür, dass viele Ahmadis in Hanau eine Heimat gefunden hätten und hier „durch die deutsche Toleranz und Offenheit Wurzeln schlagen konnten“, sagte Rafique. Weiss-Thiel betonte, die Ahmadiyya-Gemeinde stehe in Hanau für „das friedliche Zusammenleben der Menschen und Respekt vor anders Denkenden“.

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