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Millionen für neue Mühlen

Main-Kinzig In vielen Kommunen gibt es alternative Pläne

14.03.2012 22:56
Jörg Andersson

Zwölf Rotoren an den vier Fichten: Ein Windpark zwischen Wächtersbach und Gründau ist das jüngste Projekt der Firma Renertec. Die Zahlen sind beeindruckend. Rund 60 Millionen Euro würde der Bau der inklusive Rotor 210 Meter hohen Windmühlen im Büdinger Wald kosten, zwei Millionen Euro ein geplantes Umspannwerk. Im Jahresdurchschnitt könnten die drei-Megawattanlagen umgerechnet 78000 Menschen mit Strom versorgen.

Die Stimmung hat sich gedreht. „Anfangs bin ich als Spinner belächelt und danach beschimpft worden“, erinnert sich Gerhard Eckert, der immer mehr Kommunen über die Möglichkeiten der Windenergienutzung auf ihrem Terrain berät. Als Sohn Christoph Eckert jüngst in Breitenborn die Pläne mit dem Grundeigentümer Constantia Forst in Gettenbach vorstellte, hielten sich Kritik und Empörung in Grenzen.

Renertec ist optimistisch, was die Genehmigung betrifft. Die Vogelwelt werde nicht beeinträchtigt und der Abstand von mindestens 1,7 Kilometern zur Wohnbebauung signalisiere weder Lärm- noch Schlagschattenbelästigung. Bisher liege nur eine Anfrage vor, betont Bürgermeister Heiko Merz (SPD).

Fünf Anlagen sollen auf Gründauer Gebiet platziert werden. Die Gemeinde hat ein eigenes Gutachten in Auftrag gegeben. Details bis zu Gewerbesteuereinnahmen, die mittlerweile zu 70 Prozent am Standort anfallen, würden in einem Vertrag geregelt.

Zwei neue Windräder in Schöneck, ähnliche Aussichten bei Wachenbuchen, Windparkpläne in Hammersbach, dem Jossgrund, Steinau und Birstein. Überall im Main-Kinzig-Kreis nimmt der Energiewende Fahrt auf. Aktuell gibt es 53 Windräder, 50 könnten 2012 gebaut oder zumindest geplant werden, erläuterte Landrat Erich Pipa (SPD) bei der Vorstellung der Studie „Erneuerbar Komm“ vor einem Monat. Danach könnten bis zu 357 Windmühlen im Main-Kinzig-Kreis betrieben werden.

Ertragreiche Flächen wurden vor allem im hessischen Spessart geortet, wo sich noch keine einzige Anlage dreht. Die Vorrangflächen rund um Biebergemünd liegen durchweg im Hessenforst. Pachteinnahmen Fehlanzeige, befürchtet der parteilose Bürgermeister Manfred Weber.

Auch in Birstein, wo bereits elf Windräder stehen, ist die Bevölkerung ob neuer Pläne wenig begeistert. Erbprinz Alexander von Isenburg will 18 Standorte auf eigenem Terrain errichten. Dagegen haben nun 1500 Einwohner, fast ein Drittel der Wahlberechtigten, Einwände formuliert.

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