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Mietspiegel Maintal Wohnen wird teurer

Interessensvertreter der Mieter fordern die Weiterführung des Mietspiegels. Eile sei geboten, weil immer mehr Wohnungen in Maintal aus der Sozialbindung fielen und danach die Mieten der Alt- und Neumieter steigen.

In der Berliner Straße lässt es sich gut und (noch) erschwinglich wohnen. Foto: Rolf Oeser

Interessenvertretungen von Mietern in Maintal werfen der Stadt vor, die Weiterführung des Mietspiegels abzulehnen. Wie der Verein Mieter helfen Mietern Frankfurt und die Mieterinitiative Nassauische Heimstätten berichten, habe Haus & Grund Bergen-Enkheim nach dem Scheitern der ersten Gespräche keine Bereitschaft zu einer Wiederaufnahme gezeigt. „Haus & Grund will den Frankfurter Mietspiegel auch in Maintal“, mutmaßt Brunhilde Fahr, Sprecherin der Mieterinitiative. Nun sei die Stadt Maintal gefordert, allein ein solches Tabellenwerk aufstellen. Auch in Maintal steigen die Preise für Wohnungen ob des Drucks aus Frankfurt, so Fahr.

Dass auch in Maintal das Wohnen teurer wird, berichtet ebenso der Erste Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) auf Anfrage der FR. Zehn Euro Kaltmiete pro Quadratmeter bei einem Neubau in Bischofsheim seien keine Ausnahme. „Diese Entwicklung war uns 2015 bei der Einführung der Mietpreisbremse in Hessen bekannt. Die Stadt hat sich beworben“, sagt Sachtleber. Maintal sei nicht aufgenommen worden, weil als Bewertungsgrundlage das Mietenniveau von 2010 und früher hergezogen worden sei. „Bei der Nachuntersuchung wird Maintal sicherlich dabei sein und eine Mietpreisbremse erhalten.“

Den Vorwurf der Mietervertretungen in Sachen Mietspiegel und die Rolle der Stadt hierbei weist er hingegen zurück. Hauptakteure für einen „einfachen Mietspiegel“ seien der Hanauer Mieterverein und Haus & Grund Bergen-Enkheim. Die Stadt nehme bei den Gesprächen nur eine moderierende Funktion ein. Die Verhandlungen 2015 seien in der Tat von Haus & Grund abgebrochen worden, mit dem Argument, man wolle abwarten, ob auch für Maintal eine Mietpreisbremse anstehe, so Sachtleber. „Allerdings lagen nach der ersten Runde auch die Vorstellungen der beiden Parteien weit auseinander.“

Wiederaufnahme der Gespräche forcieren

Die Stadt könne nicht so einfach die Referenztabelle von 2012/13 ohne die beiden Interessenvertretungen fortzuführen, sagt Sachtleber. Hierzu müsste die Stadt ein Fachbüro mit der Erstellung eines „qualifizierten Mietspiegels“ beauftragen. „Die daraus entstehenden Kosten von voraussichtlich bis zu 70 000 Euro kann die Stadt nicht aufbringen.“ Sachtleber sieht auch keine Notwendigkeit: „Es muss möglich sei, das Mieterverein und Haus & Grund zu einer Einigung kommen.“ Die Stadt werde noch in diesem Jahr die Wiederaufnahme der Gespräche forcieren.

Fahr sieht Eile auch schon deshalb geboten, weil immer mehr Wohnungen in Maintal aus der Sozialbindung fielen und danach die Mieten der Alt- und Neumieter steigen. Von 1995 bis 2016 sei der Bestand an Sozialwohnungen von 2010 auf 490 gesunken, von denen noch zwei Fünftel unter Belegrecht der Stadt Frankfurt stünden.

Zahlen die Sachtleber bestätigt. Um der sinkenden Zahl entgegenzuwirken, haben die Stadtverordneten beschlossen, dass beim Geschossmietwohnungsbau 30 Prozent der Wohneinheiten unter Sozialbindung fallen sollen. Dafür bedarf es einer Förderung des Landes, heißt es. Im Neubaugebiet Eichenheege würden so 19 Sozialwohnungen entstehen. Laut Fahr habe die Nassauische Heimstätte (NH) die Miete für Wohnungen in der Goethestraße, die vor drei Jahren aus der Sozialbindung gefallen waren, zu Jahresbeginn um 15 Prozent erhöht. Eine Anfrage der FR konnte die NH bislang nicht beantworten. Mieterhöhungen soll es auch bei der privaten Baugesellschaft Geisheimer gegeben haben.

Aus der Abteilungsleitung „Vermieten und Verwaltung“, heißt es dort, dass Mitte Mai ein Vorschlag zur Mieterhöhung an die Mieter gegangen sei. 90 Prozent der Mieter hätten der Steigerung von 4,81 Euro pro Quadratmeter auf 5,05 Euro zugestimmt. Bei den modernisierten Häusern etwa in der Berliner Straße liege der Preis bei knapp acht Euro.

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