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Mainwiesen Hanau Love Family Park Landschaftsschutz auf der Kippe

Der Status der Hanauer Mainwiesen könnte zugunsten des Techno-Festivals "Love Family Park" geändert werden. Spezialisten haben die Auswirkungen von 20.000 tanzenden Menschen auf den Boden untersucht.

Der Love Family Park Anfang Juli auf den Mainwiesen. Foto: Monika Müller

Der Status der Hanauer Mainwiesen könnte zugunsten des Techno-Festivals "Love Family Park" geändert werden. Spezialisten haben die Auswirkungen von 20.000 tanzenden Menschen auf den Boden untersucht.

Techno-Fans sollen auf jeden Fall weiter auf den Mainwiesen feiern können. Das sagte Hanaus Umweltdezernent Ralf-Rainer Piesold (FDP) der Frankfurter Rundschau. Er betonte aber, dass es nicht sinnvoll wäre, dem Areal den Status als Landschaftsschutzgebiet abzuerkennen. Besser wäre es, wenn eine dauerhafte Ausnahmegenehmigung für das Techno-Festival Love Family Park erteilt würde, meint Piesold. Denn wenn für die Mainwiesen gar kein Landschaftsschutz mehr bestehen sollte, könne „dort ja jeder machen, was er will“. Mit einer dauerhaften Ausnahmegenehmigung hingegen wäre klar, dass diese nur einmal im Jahr für den Love Family Park gelte. Dennoch wäre er bereit, im Notfall auch den Wegfall des Landschaftsschutzes zu akzeptieren, sagte Piesold.

Damit widersprach Piesold dem CDU-Stadtverordneten Bastian Zander. Der hatte gefordert, dass die Stadt Hanau beim Regierungspräsidium beantragt, das Areal aus dem Landschaftsschutz herauszunehmen. Damit könne die Stadt zeigen, ob ihr „die Austragung des Love Family Parks wichtiger ist als die Belange des Landschaftsschutzes an einem Tag“, sagte Zander. Zudem gebe das Gutachten, das die Schäden erforschen sollte, „ebenfalls einen Hinweis auf die Herausnahme aus dem Landschaftsschutzgebiet“.

Nur ein Vorentwurf

Auch dieser Aussage widerspricht Piesold. Bisher existiere das Gutachten nur in einem Vorentwurf, den Zander gar nicht kennen könne. Und der Vorschlag, das Schutzgebiet aufzulösen, sei darin nicht enthalten. Zum genauen Inhalt wollte Piesold sich noch nicht äußern, sagte aber, das Areal werde dort als ökologisch wichtig und artenreich beschrieben. Zudem stellten die Experten fest, „dass es Schäden gebe“. Diese könnten aber nicht endgültig beurteilt werden, weil eine langfristige Untersuchung nicht möglich gewesen sei.

Die Untere Naturschutzbehörde hatte das Gutachten nach erneuten Protesten gegen die Großveranstaltung in Auftrag gegeben. Inzwischen besuchen jedes Jahr rund 20?000 Techno-Fans aus ganz Euro das Festival, zuletzt Anfang Juli einen ganzen Sonntag lang. Kritiker befürchten, dass die Tausende von Besuchern Pflanzen zertrampeln und die laute Musik die Tiere dauerhaft verstört. Auch einige Anwohner fühlen sich von den durchdringenden Beats belästigt. Als Reaktion auf die Kritik hatte der Veranstalter Cosmopop unter anderem Kaninchenbauten abgedeckt, Gittermatten ausgelegt und auf das Abschlussfeuerwerk verzichtet.

"Verschiedene Interpretationen"

In diesem Jahr hatten zudem Fachleute eine etwa 20 Quadratmeter große Fläche vorbereitet, um dort zu untersuchen, welche Auswirkungen die Menschenmassen auf den Boden und die Tierwelt haben. Das endgültige Gutachten dazu solle in zwei Wochen vorliegen, sagte Piesold. Dieses könne aber durchaus „verschiedene Interpretationen zulassen“. Auch deshalb ist es Piesold wichtig, das weitere Vorgehen mit dem Regierungspräsidium und dem Landesumweltministerium abzustimmen. Ein Termin mit Staatssekretär Mark Weinmeister im Umweltministerium sei in Planung.

Robin Ebinger vom Veranstalter Cosmopop sagte, ihm wäre es tatsächlich am liebsten, wenn der Landschaftsschutz für die Mainwiesen fallen würde. Dann müssten nicht immer wieder die Diskussionen über das Festival geführt werden, das im kommenden Jahr zum 18. Mal gefeiert werden soll.

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