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Maintal Zusammenrücken ist angesagt

Im Oktober werden der Stadt 57 weitere Flüchtlinge zugewiesen.

Deutschkurs in Maintal: Rund 20 Helfer kümmern sich derzeit um die gut 120 Flüchtlinge in der Stadt. Foto: Renate Hoyer

Maintal richtet sich auf die Ankunft von 57 weiteren Flüchtlingen aus Somalia, Eritrea, Syrien und Afghanistan ein. Im Oktober sollen sie kommen, so Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos). Um die Menschen unterbringen zu können, soll das Gebäude Neckarstraße 9 in Dörnigheim wieder zu einer Unterkunft umgebaut werden.

Hier waren bereits in den 1990er-Jahren Flüchtlingsunterkünfte, derzeit haben aber der Mobile Soziale Hilfsdienst (MHD), die Freiwilligenagentur, der Verein Welle, die Aufsuchende Suchtberatung sowie die Stadtverordnetenfraktionen Veranstaltungsräume und Büros.

Gebäude Neckarstraße 9 wieder Unterkunft

Man sei in Gesprächen über Alternativ-Domizile für diese Einrichtungen, erklärt Sachtleber, damit diese zügig ausziehen könnten. Idealer weise sollten die Büros bis Oktober geräumt sein, um dann Platz für insgesamt 75 Menschen an der Neckarstraße zu schaffen. Fest stehe bereits, dass die Freiwilligenagentur ins Rathaus nach Hochstadt ziehen werde. „Ja, wir werden auch im Rathaus zusammenrücken, um die Menschen mit offenen Armen zu empfangen und ihnen ein würdiges Leben zu ermöglichen“, so Sachtleber. „Ob sie hier bleiben oder nicht.“

Der geplante Neubau einer Flüchtlingsunterkunft an der Braubachstraße durch den Verein Budokan werde voraussichtlich nicht vor Beginn des kommenden Jahres bezugsfertig. Budokan baut hier ein Vereinsdomizil, das er dann für zunächst fünf Jahre als Flüchtlingsunterkunft an die Stadt vermietet. Die Baugenehmigung sei schon da, so Sachtleber.

Er gibt den Sachstandsbericht auch, um „Ängsten und Gerüchten“ in der Bevölkerung vorzubeugen, insbesondere bei einigen Anwohnern der Braubachstraße. „Als wir in den 1990er-Jahren plötzlich 800 Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien in Maintal hatten, hatten wir ein Problem, jetzt haben wir eine Aufgabe“, erklärt Sachtleber. Die heutige Situation sei mit der damaligen nicht vergleichbar.

Noch im Juli werde das Regierungspräsidium der Stadt die genaue neue Quote mitteilen, wie viele Flüchtlinge sie aufzunehmen habe. Wegen des akuten Platzmangels sei die Stadt derzeit von weiteren Zuweisungen freigestellt. Deshalb seien im ersten Halbjahr auch weniger gekommen, als geplant. Weil im Oktober aber die 57 Menschen zugewiesen werden und die Unterkunft Braubachstraße bis dahin noch nicht fertig sei, sei die Stadt auf den Umbau an der Neckarstraße angewiesen.

Gute Flüchtlingsbetreuung dank Arbeitskreis Asyl

Hier müssten vor allem Sanitäranlagen ein- oder umgebaut werden. Sachtleber spricht von „überschaubaren“ Umbaukosten in Höhe von etwa 90 000 Euro, die aber über die Zuweisungen pro Flüchtling und pro Tag leicht zu refinanzieren seien.

Derzeit lebten 120 Flüchtlinge in Maintal, deren Betreuung im Großen und Ganzen sehr gut laufe. Auch dank des Arbeitskreises Asyl um Christine Mayer-Simon. Rund 20 ehrenamtliche Helfer unterstützen die Menschen, geben Deutschkurse, begleiten bei Behörden- und Arztbesuchen, vermitteln Rechtsberatungen, bieten Ausflüge, Kinoabende – Aktivitäten, die für Menschen, die zum Nichtstun verurteilt sind, wichtig sind und ihnen soziale Kontakte ermöglichen. Kürzlich gab es das erste Maintaler Willkommensfest sowie das erste „interreligiöse Friedensgebet“. Beides sollte zeigen, dass die Menschen in Maintal willkommen und gut aufgehoben sind.

Händeringend sucht Maintal weiteren Wohnraum von privaten Vermietern, etwa um Familien unterzubringen. „Für die Miete stehen wir als Stadt gerade“, sagt der Erste Stadtrat.

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