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Maintal Preise für Menschlichkeit

Der Maintaler Arbeitskreis Asyl wird vom Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) in Berlin als „Botschafter für Demokratie und Toleranz“ ausgezeichnet.

Francesca Pisano-Yilmaz mit Schützlingen vor der Unterkunft Neckarstraße. Foto: Jochen Dietz

Deutschkurse, Ausflüge, Sportangebote, Begleitung zu Ärzten und Behörden, Fahrradwerkstatt, Stadtführungen, Patenschaften, gemeinsames Kochen, Wandern, Flüchtlingscafé, Willkommensfeste, Vermittlung von Praktika bis hin zu Ausbildungsplätzen: Was Ende 2013 dank des Engagements von Francesca Pisano-Yilmaz und Christine Mayer Simon begann, hat sich zu einem ebenso aktiven, erfolgreichen wie wirkungsvollen Netzwerk entwickelt. Das wird nach bereits erfolgten Auszeichnungen erneut belohnt: Der Maintaler Arbeitskreis Asyl wird am „Tag des Grundgesetzes“, Montag 23. Mai, vom Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) in Berlin als „Botschafter für Demokratie und Toleranz“ ausgezeichnet. Der Preis ist mit 3000 Euro dotiert.

Das BfDT war im Jahr 2000 durch das Bundesinnenministerium und das Bundesjustizministerium gegründet worden und zeichnet jährlich bis zu fünf Initiativen oder Einzelpersonen als „Botschafter“ aus, die sich besonders um Demokratie und Toleranz verdient gemacht haben, indem sie mit ehrenamtlicher Arbeit „eine demokratische und tolerante Alltagskultur stärken, vorbildliche Zivilcourage zeigen und gegen jeden Extremismus und Gewalt Position beziehen“, heißt es in der Begründung. Politiker, Vereine, Institutionen, Kirchen, Gewerkschaften können Vorschläge machen, über die der Beirat des BfDT dann entscheidet. Seit 2011 ist die BfDT-Geschäftsstelle Teil der Bundeszentrale für politische Bildung. Im vergangenen Jahr gehörte etwa Peter Maffay zu den Ausgezeichneten.

„Wir sind total glücklich. Damit wird unsere Arbeit und unser Engagement auch auf Bundesebene anerkannt“, sagt AK-Asyl-Gründerin Francesca Pisano-Yilmaz. „Wir machen im Arbeitskreis alles, was die Menschen verbindet, nicht was sie trennt.“ Sie wird den Preis, den sie als Anerkennung für die gerade in Maintal gelebte pragmatische Menschlichkeit versteht, persönlich im Namen aller ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer in Empfang nehmen. „Die Bereitschaft sich für die Menschen, die bei uns Schutz suchen, einzusetzen, ist ungebrochen“, berichtet sie. Immer noch gebe es viele Anfragen, wie man helfen, wie man unterstützen könne.

Gerade in Maintal sei die Aufnahme und der Umgang mit den Flüchtlingen vorbildlich, auch dank der Transparenz und der Unterstützung durch Politik und Verwaltung, mit denen der Arbeitskreis an einem Strang ziehe.

Doch damit nicht genug: Wenige Tage später, am 27. Mai, gibt es eine weitere Auszeichnung, diesmal in Leipzig. Im Rahmen des dortigen Katholikentags erhält der Maintaler Arbeitskreis für sein Engagement den ebenfalls mit 3000 Euro dotierten Aggiornamento-Preis, den vom Zentralkomitee der Deutschen Katholiken gestifteten Preis der Deutschen Katholikentage.

„Seht, da ist der Mensch...“ lautet das Leitwort, des diesjährigen 100. Deutschen Katholikentags. „Das passt doch zu unserem Arbeitskreis. Wir sehen den Menschen. Und wie“, sagt Francesca Pisano-Yilmaz und freut sich.

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