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Maintal Mystery am Schützenhäuschen

Ein Filmteam nutzt die Hochstädter Streuobstwiesen als Filmkulisse. Es entstehen Sequenzen eines Mystery-Streifens der den Titel „Vorm Lindig“ haben soll. Es soll ein zehn bis 15 Minuten langer Streifen werden, der wahrscheinlich ab Februar auf www.spessartshorts.de online gehen soll.

Einer steigt aus dem Auto und blickt suchend in die Landschaft, sein Beifahrer stolpert mehr aus dem Wagen und kotzt erst mal. Vorher wird ein Nummernschild an das Auto montiert, das nicht halten will, während Kamera und Mikro klargemacht werden. Skurril und schräg mutet an, was sich am Freitag schon früh mitten in den Hochstädter Streuobstwiesen oberhalb des Friedhofs und rund um das markante, historische Fachwerk-Schützenhäuschen abspielt.

Ein Filmteam arbeitet auf den vermatschten, nassen Wiesen, schützt die Ausrüstung mehr oder weniger mit einem Pavillon vor dem Dauer-Sprühregen. Der Tonmann hält seinen Mikro-Galgen in die Höhe, Produktionsleiter Andreas Stanik bedient die Klappe. Mit Hightech-Equipment wird da in urig-feuchter Umgebung gearbeitet, die dürren, knorrigen Obstbäume als Statisten.

Mystisch soll es werden. Es entstehen Sequenzen eines Mystery-Streifens der den Titel „Vorm Lindig“ haben soll. Die Handlung, ganz grob: Die junge Elly verschwindet monatelang in einem mystischen Wald, nach ihrer Rückkehr will mit Benny ein Freund genau wissen, was los war, doch sie lebt einsam und abgelegen, der Wald niemandem geheuer... Mehr will Regisseur Matthias Noe nicht verraten.

Es soll ein zehn bis 15 Minuten langer Streifen werden, der wahrscheinlich ab Februar auf www.spessartshorts.deonline gehen soll. „Wir verfilmen alte Sagen und Geschichten aus der Region in einer modernen Adaption“, erläutert der 32-jährige Filmemacher aus Aschaffenburg.

Ein ungeheurer Wald

Auf das Hochstädter Schützenhäuschen sei er im Zuge seiner Recherchen wegen dessen historischen Bauart, dem Standort in freier Landschaft, dem Fachwerk und dem Treppenaufgang gestoßen. Es sei ideal für bestimmte Szenen. Etwa die Ankunftsszene am „Haus“ im Wald. Benny nähert sich dem Häuschen „Erwartest du jemanden“, fragt er. „Vielleicht dich“ haucht Elly. X mal wird gedreht. Es geht nur um einzelne Einstellungen, die in den Kasten müssen.

Beim Schützenhäuschen wird allerdings gemogelt: Das Kabäuschen mit einem Grundriss von gerade mal 2,50 mal 2,50 Meter werde per Special Effects künstlich vergrößert, damit es als richtiges Haus im Wald erscheint, verrät Stefan Czech, der Mann an der Kamera. Die Innen-Szenen habe man ohnehin bereits an zwei Tagen in Mömbris gedreht. Stefan Czech richtet sein Gerät aus, wieder und wieder wird die gleiche Szene gedreht, mal mit, mal ohne Ton, mal mit, mal ohne Hund. Denn der Holländische Rauhaar-Schäferhund „Tacker“ hat eine Komparsenrolle. Dazu hat das Team eigens Hundetrainerin Katja Pachowitz vom Zwinger von Ronneberg aus Erlensee angeheuert. Und Tacker bellt auf Kommando, folgt brav den Regieanweisungen, beziehungsweise denen der Trainerin. „Er macht das zum ersten Mal, und ziemlich gut“, befindet sie. „Wie an und ausschalten. Sonst kennt er nur Hundesport.“ Derweil kommen immer wieder gassigehende Hochstädter Hundebesitzer vorbei und bestaunen das merkwürdige Treiben auf ihrer Streuobstwiese.

„Neue Einstellung, nochmal auf Anfang“, „Technische Probe“ heißt es immer wieder auf der feuchten Wiese. Noe gibt Anweisungen. Man arbeitet hochkonzentriert, nur die Maske und das Kostüm haben nur ab und zu etwas nachzubessern.

Alle aus dem zehnköpfigen Team arbeiten unentgeltlich, sind aber Profis. „Wir sind tatsächlich alle Filmschaffende und Schauspieler, im Winter ist aber nicht so viel los, da machen wir sowas für den Spaß“, sagt Andreas Stanik und greift wieder zur Klappe.

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