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Maintal Keine Pause für Deutschkurse

Beim ersten „Schulgipfel“ in Maintal geht es um die Betreuung und Bildung der Flüchtlingskinder. Für dieses soll es beim Spracherwerb keine Sommerferien geben.

Bei den in Maintal untergekommenen Flüchtlingskindern und -Jugendlichen soll es künftig auch im Sommer ein durchgehendes Spracherwerbs- und Integrationsprogramm geben. Das war ein Kernthema des ersten „Schulgipfels“ in Maintal zu dem Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos), Vertreter von acht Schulen, darunter auch der Hanauer Otto-Hahn-Schule, der Schulbehörde und des Kreises, der städtischen Asylbewerberbetreuung sowie des Maintaler Arbeitskreises Asyl geladen hatte. Im Mittelpunkt stand die Betreuung und Bildung der Flüchtlingskinder.

„Wir werden das für diese Sommerferien wohl nicht mehr schaffen, aber auf jeden Fall fürs kommende Jahr“, erklärt die neue ehrenamtliche Kinderbeauftragte Irene Morgenstern. Denn: Sechs Wochen Ferien seien eine sehr lange Zeit, in der für die Kinder und Jugendlichen nichts stattfinde.

Zudem könne man durch die Beteiligung der minderjährigen Flüchtlinge etwa an den Ferienangeboten nicht nur den Spracherwerb, sondern auch deren Integration fördern. „Spielerisch Deutsch lernen in den Ferien“, erklärt Monika Vogel vom Arbeitskreis Asyl, die die Schulanmeldung der Kinder übernommen hat. „So ähnlich wie das bereits in Hanau läuft.“ 20 bis 30 Kinder besuchen laut Vogel inzwischen Grund- und weiterführende Schulen in Maintal.

Allein die Werner-von-Siemens-Grund-, Haupt- und Realschule wird laut Schulleiterin Sabine Scholz-Buchanan derzeit von 42 Kindern mit fremder Muttersprache besucht. Davon allerdings nicht ausschließlich Schutzsuchende, sondern auch Kinder anderer Zuwanderer. Sie besuchen Intensiv-Sprachkurse von zwölf bis 14 Stunden pro Woche und seien den Rest der Zeit in einem Klassenverband. „Es wäre gut, weitere Angebote in den Ferien zu machen, durch die Stadt oder freie Träger. Insofern war der Gipfel ein wichtiger und reger Austausch“, berichtet die Schulleiterin.

Außerdem soll überlegt werden, welche Angebote die Jugendzentren den Flüchtlingskindern machen könnten.

Besondere Verantwortung für geflüchtete Kinder

„Es war eine Gelegenheit, dass alle Beteiligten an einem Tisch saßen“, ist Claus Wörn, Leiter des Albert-Einstein-Gymnasiums, mit dem Treffen zufrieden. Dort betreuen Schüler der Oberstufe bereits Flüchtlingskinder, die die Grundschule Villa Kunterbunt besuchen. Sie helfen bei Hausaufgaben, beim Lesen jeweils in Absprache mit den Lehrkräften. „Wir haben sehr gute Erfahrungen damit. Die Grundschule ist sehr dankbar dafür“, berichtet Wörn. Noch gebe es am Gymnasium keine geflüchteten Schülerinnen und Schüler. Das ist aber nach Einschätzung des Schulleiters nur eine Frage der Zeit.

„Kinder leiden unter den Folgen von Krieg, Gewalt und Verfolgung stärker als Erwachsene. Deshalb haben wir eine besondere Verantwortung für diese Kinder“, sagt die Bürgermeisterin. Ihr Schutz, ihre Bildung und Teilhabe stünden dabei an oberster Stelle. „Und weil diese große Aufgabe der Integration nur im gesellschaftlichen Miteinander gelingen kann, war es mir ein Anliegen, alle Akteure, die sich haupt- und ehrenamtlich um Flüchtlingskinder in Maintal kümmern, an einen Tisch zu bringen. So solle die Zusammenarbeit gestärkt, Informationen und Erfahrungen ausgetauscht Angebote zu vernetzt und Arbeitsabläufe optimiert werden.

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