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Maintal Bei Alarm Sekunden gewinnen

Die Polizei- und DRK-Wache im Gewerbegebiet Hochstadt bekommt nun doch eine eigene Ausfahrt.

Polizeistaion Dörnigheim
Die Polizei ist in der Edisonstraße schon eingezogen, das Deutsche Rote Kreuz soll im Mai folgen. Foto: ROLF OESER (ROLF OESER)

Die Polizei ist schon im Dezember eingezogen, im Mai soll das Deutsche Rote Kreuz mit seiner Rettungswache folgen: In dem ehemaligen Bürogebäude mit der großen Halle an der Edisonstraße im Gewerbegebiet Hochstadt entsteht eine „Blaulichtzentrale“. Sie ist verkehrsgünstig an der Landesstraße 3295, der sogenannten Querspange, gelegen. 

Damit Einsatzfahrzeuge von Rettungsdienst und Polizei bei der Alarmierung keine Zeit verlieren, weil sie etwa im Lastwagenverkehr in und aus dem Gewerbegebiet auf der Edmund-Seng-Straße steckenbleiben, entstand die Idee, der Wache eine eigene „Alarmausfahrt“ direkt vom Grundstück auf die Querspange zu verpassen. 

Doch das ist gar nicht so einfach. Unter Berufung auf einen Wust von Gesetzen, Regelungen, Satzungen und Vorschriften antwortete Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) beziehungsweise Hessen Mobil jetzt auf eine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Christoph Degen, dass so eine Zufahrt nicht genehmigt werden könne. 

Verschwurbelt amtsdeutsch wird da wortreich erklärt, warum: „Das Grundstück Edisonstraße 1 verfügt über eine Zufahrt an der Edisonstraße. Ein durch die Anlage einer weiteren Zufahrt an der L 3195 bedingter Zu- und Abfahrtsverkehr im Bereich zwischen der Kreuzung der L 3195 mit der Edmund-Seng-Straße und ihrer Verknüpfung mit der Bundesautobahn A 66 würde zu Beeinträchtigungen der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs auf der L 3195 führen.“ Deshalb könne die Erlaubnis für die Ausfahrt nicht erteilt werden. Zudem würden sich Einsatzfahrzeuge ja ohnehin „durch blaues Blinklicht und Einsatzhorn freie Bahn verschaffen“. Für Degen „absolut nicht nachvollziehbar“. Doch zum Glück für alle DRK- und Polizei-Beteiligten, war die erst am 16. Februar herausgegebene Antwort des Ministers nicht mehr auf Stand: Landrat Thorsten Stolz (SPD) hatte sich nämlich inzwischen eingeschaltet und alle schon Anfang Februar an einen Tisch gesetzt. Einschließlich Hessen Mobil. Und siehe da: Jetzt geht es doch. 

Stadt startet Planung  

„Für die Einsatzkräfte kommt es auf jede Sekunde an. Wir sprechen von rund 5000 Einsätzen im Jahr, zu denen allein das DRK von dieser Rettungswache aus nach Niederdorfelden, in Maintals vier Stadtteile und in die Hanauer Weststadt hinein ausrückt. Wir müssen sicherstellen, dass die Frauen und Männer hier zu keiner Tages- und Nachtzeit in ihrer Arbeit behindert werden“, stellt Stolz klar. 

Das sieht auch Stefan Betz, Geschäftsführer der Rettungsdienst Main-Kinzig gGmbH des DRK Kreisverbands Hanau so: „Wir gewinnen dadurch durchaus lebensrettende Sekunden.“ Unter Federführung der Stadt Maintal wird nun geplant. Die Kosten sollen unter Stadt, Kreis und Land gedrittelt werden. 

Wegen der bestehenden Ampelkreuzung Edmund-Seng-Straße/Querspange am Maintalbad solle zunächst keine „Alarmampel“ installiert werden, die den Verkehr auf der Querspange kurzfristig stoppt, wenn Einsatzfahrzeuge ausrücken, erklärt Betz. Er hält das relativ kleine Straßenbauprojekt für überschaubar und rechnet mit einer Umsetzung im kommenden Jahr. 
Auch die Polizei findet’s gut: „Wir freuen uns, dass auch wir die zusätzliche Ausfahrt nutzen können. Sie unterstützt uns in unserer Flexibilität“, sagt Sprecher Rudi Neu. 

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