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Maintal Angsträume im Fokus

Die Sicherheitsinitiative „Kompass“ präsentiert für Maintal erste Ergebnisse. Probleme sieht die Initiative vor allem an Bahnhöfen und im Schulzentrum.

Symbolfoto Polizei
Polizeiwagen (Symbolfoto). Foto: dpa

Angsträume an den Bahnhöfen und im Bereich des Schulzentrums im Stadtteil Bischofsheim, wo mitunter auch Drogen konsumiert und verkauft werden, sowie Vandalismus – auf diese Problemfelder will sich die Sicherheitsinitiative „Kompass“ in Maintal zunächst konzentrieren.

Das im Dezember 2017 gestartete Projekt, bei dem Kommunen mit dem hessischen Innenministerium und der Landespolizei zusammenarbeiten, soll die Prävention verbessern. Am Montag haben die Maintaler Verantwortlichen – darunter Vertreter von Stadt, Polizei, Schulen und Sozialarbeit – mit Innenminister Peter Beuth (CDU) erste Ergebnisse ihrer Analyse vorgestellt. Die Lösungen für die Probleme sollen in den nächsten Monaten erarbeitet werden. Dabei fließen die Ergebnisse einer Befragung zum Thema Sicherheit ein, an der den Angaben zufolge 666 Bürger teilgenommen haben.

Maintal ist eine von vier Städten in Hessen, die an Kompass teilnehmen. Laut Beuth wurde Maintal ausgewählt, weil es hier schon eine ganze Reihe von Präventionsangeboten gebe, zum Beispiel viele Leon-Hilfe-Inseln für Kinder oder einen Präventionsrat. Mit Kompass stelle Maintal „weitere wichtige Weichen für mehr Sicherheit“, die beispielhaft für vergleichbare Kommunen sein könnten, so Beuth.

Nach Angaben der Maintaler Polizei, die auch für Schöneck und Niederdorfelden zuständig ist, sind die Bahnhöfe Ost und West „keine Brennpunkte“.

Zu den dort begangenen Delikten zählten Vandalismus, Diebstahl und Körperverletzung; die Kriminalitätsrate sei aber nicht signifikant höher als andernorts. Nichtsdestotrotz stehen die Stationen und ihr Umfeld ganz oben auf der Agenda. Maintals Erster Stadtrat Ralf Sachtleber (parteilos) spricht von einem nachvollziehbaren Empfinden der Unsicherheit bei den Bürgern, wozu etwa die abgelegene Lage und mangelnde Beleuchtung führen würden.

Die Situation am Schulzentrum habe sich deutlich gebessert, Drogen seien lediglich „punktuell“ ein Problem, so Sachtleber. Er führt die Fortschritte auch auf die Eröffnung des Kinder- und Jugendhauses zurück. Dennoch müsse auch hier die Prävention weiter ausgebaut werden. Bei Videoüberwachung sei er zwiegespalten, sagt Sachtleber. Zwar könnten dadurch Täter teilweise ermittelt werden, allerdings würden die Aufnahmen nicht permanent gesichtet. Somit trage die Technik nur bedingt zu einem höheren Sicherheitsempfinden bei.

Als weitere, nachrangige Probleme haben die Maintaler unter anderem Gefahr durch freilaufende Hunde und schwierige Verkehrssituationen in der Nähe von Schulen, verursacht durch viele „Elterntaxis“, benannt,

Eine Maßnahme hat Maintal bereits vor Kompass beschlossen: Die Zahl der Stellen bei der städtischen Ordnungspolizei wird um drei Stellen beziehungsweise 50 Prozent erhöht.

Was die Zahl der Stellen bei der hessischen Polizei angeht, ist oft Kritik am Land laut geworden. Viel zu wenig seien es, sagen Gewerkschafter. Beuth verwies darauf, dass in den nächsten Jahren 1500 zusätzliche Polizisten eingestellt werden. Er fügte hinzu, dass darüber hinaus Projekte wie Kompass wichtig seien: „Wenn wir bei der Sicherheit einen Quantensprung erreichen wollen, müssen wir die Vernetzung ausbauen.“ Die kommunalen Partner seien die lokalen Experten für passgenaues Handeln, sie könnten etwa durch Vorgaben in Bebauungsplänen Angsträume verhindern. Bürgermeisterin Monika Böttcher (parteilos) sagte ebenfalls, es komme auf einen guten Austausch zwischen allen Beteiligten an. Endgültige Lösungen seien nicht von heute auf morgen zu erwarten, aber der Anfang sei gemacht.

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